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Die Religion des Veda c7.s6.79

Die Religion des Veda c7.s6.79

Language
German

c7.s6.79

¹ In diese so durchsichtigen Texte scheint mir die Auffassung vielmehr hineingetragen als aus ihnen herauslesbar, „daß wir, abgesehen von einzelnen Versen, im allgemeinen im Ṛgveda an den Neujahrmorgen und nicht an die tagtägliche Morgenröte zu denken haben“ (Hillebrandt, V. M., Kl. Ausg. 26; vgl. V. M. II, 26 ff.). Wenn Lieder an die Morgenröte, wie so leicht verständlich, die Somafeier Agniṣṭoma eröffnen und für diese Feier der Frühling, die erste Jahreszeit, vorgeschrieben wird, ist es doch ein mehr als kühner Schluß, danach die Uṣashymnen als „Neujahrslieder“ aufzufassen. „Wie ein Neujahrslied klingen die Verse der Vasiṣṭhas: ‚der Uṣas entgegen erwachten mit Gesang die Vasiṣṭhas; mit Liedern zuerst die Weisen; ihr entgegen, die die beiden vereinten Welten voneinander scheidet und alle Wesen in Erscheinung bringt. Uṣas wurde wach, neues Leben schaffend; das Dunkel barg sie mit ihrem Licht. Voran geht die Jungfrau ohne Scheu. Sie machte Sūrya, Opfer, Agni erkennbar‘ (VII, 80).“ Warum nur sieht das mehr nach einem Neujahrslied als nach einem einfachen Morgenrötenlied aus? Die Argumentation H.s, die sich auf die Feier Ekāṣṭakā (des achten Tages einer dunklen Monatshälfte, dem Jahreswechsel benachbart) gründet, scheint mir nicht überzeugender. Insonderheit ist mir das Recht der Behauptung, daß „an ihre — der Ekāṣṭakā — Stelle im Ṛv. die Uṣas tritt, die Opfer, Agni und Sūrya wiederbringt“ (Kl. Ausg. 29), vollkommen unerfindlich.

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