Die Religion des Veda c7.s7.7
Die Religion des Veda c7.s7.7
- Language
- German
c7.s7.7
drei Teile zu reißen: auch hier handelt es sich offenbar um ein Wesen. Wenn VIII, 60, 20 um Abwendung des Rakṣas; des Yātu der Yātureichen gebetet wird, werden beide Begriffe zwar unterschieden, aber diesen Worten stellt sich wiederum VII, 104, 23 an die Seite, wo vom Rakṣas der Yātureichen ganz wie hier vom Yātu der Yātureichen die Rede ist. Ist die Erklärung dieser Erscheinungen die, daß Rakṣas Gattungsbegriff, Yātu Artbegriff ist? Worin die Spezialität der Yātus besteht, scheint sich dann daraus zu ergeben, daß neben *yātu* stehend und häufig die Begriffe *yātudhāna* (Fem. *yātudhānī*), *yātumant*, *yātumāvant* erscheinen (s. z. B. die eben angeführte Stelle VIII, 60, 20). Schwerlich kann *yātudhāna* etwas anderes bedeuten, als „Behältnis des Yātu“, d. h. den Zauberer, der vom Yātu bewohnt wird, sich seiner bedient und in gewisser Weise identisch mit ihm ist (vgl. meine Note zu VII, 34, 8): daher es nicht befremden kann, daß gelegentliche Verwirrung zwischen *yātu* und *yātudhāna* eintritt (Ṛv. VII, 104, 16, wo *āyātu* wohl beschreibendes Kompositum ist). So ist auch *yātumant*, *yātumāvant* offenbar der mit einem Y. in Verbindung stehende Zauberer. Also wird Yātu speziell als die Art böser Geister zu verstehen sein, die von Zauberern zum Unheilstiften benutzt werden (vgl. awestisch *yātu* = Zauberei, Zauberer). Derartige Aktion kann auch von *rákṣas* ausgesagt werden (s. oben Ṛv. VII, 104, 23); der Mensch, der sich eines *rákṣas* bedient, heißt *rakṣás*, *rakṣasvín* oder *rakṣoyúj* („das R. anschirrend“); wie es eine geläufige Beschuldigung ist, daß der und der ein *yātudhāna* sei, wird auch darüber gestritten, ob jemand rein oder ein *rakṣás* ist (Ṛv. VII, 104, 23; vgl. I, 35, 10). — In der Terminologie der bösen Wesen liegt von den Begriffen Yātu und Rakṣas der des Piśāca etwas weiter ab. Im Ṛv. findet sich das Wort nur einmal (in der Form *piśāci*, I, 133, 5, neben *rákṣas* und offenbar davon unterschieden). Später werden die Piśācas oft genannt und in der Regel von Rakṣas und Yātu unterschieden: so werden Taitt. Saṃh. II, 4, 1, 1 den drei Wesenklassen der Götter, Menschen, Manen die drei feindlichen der Asuras, Rakṣas, Piśācas gegenübergestellt. Vgl. noch Av. I, 35, 2; V, 29, 11; VI, 32, 2; Hir. G. I, 11, 8; Ludwig V, 421. Dagegen anderseits Identifikation der Piśācas mit den Yātu Av. V, 29, 9. Die vorherrschende Spezialität der Piśācas im Schadenstiften ergibt sich daraus, daß sie häufig *kravyād* heißen (s. z. B. Av. V; 29, 9; VIII, 2, 12; XII, 3, 43): dies Wort ist geradezu Synonymum von Piśāca und kann als von den Ungeheuerlichkeiten seiner Gestalt oder sonstigen unheimlichen Eigenschaften; manche von diesen Namen sind offenbar nichts als sinnlose Buchstabenhäufungen, die Gräßlichkeit des Namenträgers abbildend. Sehr oft treten sie scharenweise auf, besonders häufig auch in Paaren, die durch den Namen als zusammengehörig charakterisiert sind, wie Mroka und Anumroka, Sarpa und Anusarpa¹). Sie sind sterblich²), bald männlichen bald weiblichen Geschlechts³); die Weiber spielen unter dieser Plebs des Geisterreichs eine bedeutendere Rolle als unter den großen Göttern. Es gibt bei ihnen Familie und Sippschaft; „gemeinsamen Geschlechts gehen sie zu den Dörfern“, heißt es, „voran geht der Vater; die Mutter geht hinten . . . die Schwester, die Nachtwandlerin guckt durch die Ritze ins Haus.“ Zum Dämon Fieber gehört der Bruder Auszehrung (?), die Schwester Husten, der Vetter Ausschlag. Auch Könige sind vorhanden; die Scharen der Rakṣas, welche die Wohnungen der Menschen durchziehen, sind „vom Rakṣaskönig gesandt“⁴).
Linked texts (4)
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