Pramāṇa · Search · About · API

Die Religion des Veda c7.s8.21

Die Religion des Veda c7.s8.21

Language
German

c7.s8.21

Neben Yama steht sein Vater Vivasvant: ein weiteres Exemplar des Typus des ersten Menschen und Begründers menschlicher Daseinsordnungen. Veda und Awesta, Zeugnisse verschiedensten Inhalts und verschiedenster Färbung vereinigen sich, ihm dies Wesen zuzuweisen. Das Awesta nennt ihn den ersten Sterblichen, der Haoma (Soma) gepreßt hat⁴). So ist es im Veda Vivasvant, dessen Bote vom Himmel das Feuer, die beherrschende Macht des Opfers, herabbringt. Agni selbst ist Bote des Vivasvant; Vivasvants Gebete treiben Soma an zu fließen; den Platz, an dem das Opfer vollzogen wird, nennt der Priester, den gegenwärtigen Vorgang an sein urweltliches Prototyp anknüpfend, die Stätte des Vivasvant. Begreiflich, daß ein solcher erster Opferer mit Yama eng zusammenhängt ¹). Nur bleibt die Frage ungelöst, ob die Figur des Vivasvant von Anfang an in diesem Zusammenhang und für ihn gestaltet ist, oder ob man zwei unabhängig entstandene, teilweis verwandte oder identische Elemente enthaltende Gebilde nachträglich in dieser Weise zueinander geordnet hat ²). Der Name Vivasvants, „der Aufleuchtende“ ³), löst die Frage nicht. Er mag mit einem Zug des Mythus, der uns nicht erhalten ist, zusammenhängen. Das Zusammentreffen so vieler gewichtiger Indizien, die Vivasvant wie Yama zu einem Repräsentanten der Anfänge menschlichen Daseins machen, wird Mißtrauen erwecken gegen Versuche, aus jenem Namen auf eine himmlische Naturwesenheit zu schließen, wie sich denn teils für Vivasvant, teils für Yama die Deutungen auf Lichthimmel, Tag, Sonne ⁴), Mond in gewohnter Weise abgelöst haben.