Die Religion des Veda c7.s8.35
Die Religion des Veda c7.s8.35
- Language
- German
c7.s8.35
Diese Stammväter der großen brahmanischen Gentes sind die „sieben Priester“, die uns schon oben (S. 283) als mit Manu opfernd begegnet sind: wieder ein Exemplar des Typus der menschlichen Begründer irdischer Ordnungen, sozusagen der Eröffner des menschlichen Lebens. Schärfer als im Fürstenstand ist unter den Brahmanen ein gentilizisches System ausgeprägt, das in bestimmter Zahl von Geschlechtern alle umfaßt. So konnte sich für die priesterlichen Ahnen leichter als für die fürstlichen die Vorstellung eines festen Kreises zusammengehöriger Personen entwickeln; und diese ältesten Brahmanen und Meister der Opferkunst mußten in der Phantasie ihrer Nachkommen um so mehr in den Vordergrund des mythischen Urgeschichtsbildes treten, als es nicht die Begründung weltlich-staatlichen Wesens war, auf die sich das Interesse richtete, sondern die der Opferordnungen, dazu die Erwerbung solcher wichtigster Besitztümer der Menschheit wie des Lichts und der Herden: wobei priesterlicher Opfer- und Zauberkunst, nicht fürstlich-kriegerischer Macht die leitende Rolle zufiel. Die „sieben Ṛṣis“ oder „unsere Väter“ oder „die Angiras“ ¹) haben „im sonnenlosen (?) und im sonnenbeschienenen (?) Luftraum sitzend diese Wesen geordnet“, „das verborgene Licht gefunden, mit kräftigem Spruch die Morgenröte erzeugt“; „wie ein dunkles Roß mit Perlen, so haben die Väter den Himmel mit Sternen geschmückt; in die Nacht haben sie das Dunkel, in den Tag das Licht gelegt“ ²). Vor allem aber haben sie mit ihrem Gebet und mit entflammtem Feuer den Felsen gesprengt, der die von den Paṇis versteckten Kühe einschloß; so haben sie Nahrungssegen sich und der Menschheit erworben ³). Man kann sagen, daß sie jenen großen Spendern seelischen Heils, wie sie später in Yājñavalkya, in Buddha verehrt wurden, als eine Art primitiver, noch nicht zu spekulativer und ethischer Höhe aufgestiegener Heilbringer vorangehen.