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Die Religion des Veda c7.s8.39

Die Religion des Veda c7.s8.39

Language
German

c7.s8.39

Was in alter Überlieferung von den einzelnen der priesterlichen Heroen erzählt wird, liegt zum größeren Teil außerhalb des mythologischen Gebiets. Es sind überwiegend Beweise priesterlicher Kunst und Macht, betätigt in geschichtlichen Ereignissen oder idealen Vorgängen, zu denen das Bild des tatsächlichen Geschehens erhoben wurde. Selbstverständlich fehlt übernatürliche Staffage nicht. Da wurde erzählt, wie die sieben Ṛṣis — hier tritt die ganze Schar gemeinsam auf — dem Weib — vielleicht der von Not bedrängten Witwe — des Königs Purukutsa einen Heldensohn „den Trasadasyu durch Opfer gewonnen haben, den indragleichen Feindebezwinger, den Halbgott“; dieser Erzählung (IV, 42) geht ein Kampfgespräch zwischen Indra und Varuṇa voran, den beiden rivalisierenden Göttern, an die sich die Königin mit ihren Priestern wandte und die dann versöhnt und vereint ihr jene Gnade zuteil werden ließen (vgl. S. 98 f.). Oder das Priestergeschlecht der Viśvāmitriden erzählte von seinem Ahnherrn, wie er durch sein Gebet die Flüsse für Streitwagen und Troß der Bharatas überschreitbar gemacht, wie er durch Somaopfer dem Sudās Indras Hilfe erlangt und dann nach gewonnenem Sieg das Roßopfer ausgerichtet hat: vielleicht spielte in diese Erzählung auch schon die tödliche Feindschaft hinein, welche die rivalisierenden Priestergeschlechter der Viśvāmitras und der Vasiṣṭhas trennte und von ihnen — mit Recht oder Unrecht — auf die beiden Stammväter zurückgeführt wurde¹). Daneben dann kleine der täglichen Wirklichkeit entnommene oder wenigstens nach deren Motiven erfundene Bilder aus dem geistlichen Leben, zuweilen nicht ohne vergnügliche Bosheit gezeichnet: der sich kasteiende Agastya, dem die jugendlichen Wünsche der Gattin einen Strich durch die geistlichen Übungen machen, oder das priesterliche Ehepaar von Herrn und Frau Mudgala, die mit wenig sportsmäßigem Gefährt sich beim Wettfahren zwar etwas auffallend ausnehmen, aber schließlich doch mit Indras Hilfe glorreich bestehen²).

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