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Die Religion des Veda c7.s8.44

Die Religion des Veda c7.s8.44

Language
German

c7.s8.44

Es darf wohl festgehalten werden, daß es überall, auch wo geschichtliche Erinnerungen nicht in Frage kommen, doch die wirkliche Menschenwelt ist, von der die Konzeption dieser sagenhaften Menschen ausgeht. Daß menschlich gedachte Helden oder Patriarchen des Veda als abgeblaßte, zur irdischen Sphäre herabgesunkene Götter ²) oder Dämonen oder auch direkt als Verkörperung von Naturmächten aufzufassen seien, halte ich für wenig wahrscheinlich. Wohl nehmen an den siegreichen Taten, welche die Naturordnung begründet haben, die Väter des Menschengeschlechts teil oder vollbringen sie selbst: die Gewinnung der Sonne, der Morgenröten usw. Aber ihre Rolle ist darum doch nicht die einer Naturmacht; sie sind nicht etwa beispielsweise Lichtgenien, sondern durchaus Menschen; die Vorstellung ist eben die, daß im Bündnis mit den Göttern die Kraft der ersten Menschen jene Erfolge errungen hat. Oder wenn als Gatte der schönen Nymphe ein menschlicher Heros, König Purūravas erscheint, ist der nicht etwa als der Donnerheros zu deuten, der ein Abenteuer mit der Wolkenfrau hat, oder als die der Morgenröte folgende Sonne. Es handelt sich nicht um ein Gattenpaar von gleichberechtigtem überirdischem Rang, sondern es ist wesentlich, daß der Göttin ein Mensch gegenübersteht¹): nichts anderes als ein in die heroische Sphäre erhobener Verwandter der Männer, die im heutigen Volksglauben mit Seligen Fräulein, Fanggen, Skogsnufvar eheliche Vereinigung eingehen²).