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Die Religion des Veda c7.s9.15

Die Religion des Veda c7.s9.15

Language
German

c7.s9.15

Das Bild der Götter im allgemeinen trägt ethische Züge doch nur oberflächlich an sich. Für das religiöse Bewußtsein ist es das Wesentliche, daß der Gott ein starker Freund ist. In den Lobsprüchen, die man ihm widmet, erscheint seine Macht ins Ungemessene gesteigert. Nicht ebenso seine sittliche Erhabenheit. Wohl werden Eigenschaften wie „wahr“, „nicht trügend“ u. dgl. allen Göttern zugeschrieben¹), aber solche Epitheta treten doch weit hinter „groß“, „gewaltig“ und derartigem zurück; sie zeigen kaum mehr als daß eine gewisse Gutheit und Geradheit wie zum rechten Menschen so auch zum Gott gehört; was oben (S. 289 f.) über Indra bemerkt wurde, veranschaulicht die Begrenzung, in der solche Eigenschaften verstanden werden müssen²). Die beste Bestätigung dafür, daß die vedischen Götter wenig darauf angelegt waren, von sittlichem Inhalt mehr als eine oberflächliche Färbung anzunehmen, gibt der weitere Verlauf der indischen Religionsgeschichte. Für ein Zeitalter, das so tief von sittlichen Problemen berührt war wie das des alten Buddhismus, lagen doch die Gipfelpunkte ethischer Vollkommenheit durchaus anderswo als in den Regionen der Götterwelt; das Dasein des buddhistischen Gottes hat seinen Inhalt eigentlich nur darin, daß er durch unermeßliche Zeiträume „im Himmel sich freut“.