Die Religion des Veda c8.s10.140
Die Religion des Veda c8.s10.140
- Language
- German
c8.s10.140
gezimmert ist. Den Sessel bedeckt ein Tigerfell. Ein Becher gleichfalls aus Udumbaraholz enthält eine Flüssigkeit, gemischt aus verschiedenen Bestandteilen von mannigfacher Segenskraft, wie Butter, Honig, Wasser aus einem Sonnenregen usw.; damit begießt man den König. Beim Rājasūya kommt zu einer ähnlichen Weihung¹) noch eine Reihe weiterer Riten hinzu, die dem König Erfolge aller Art sichern sollen. So findet sich ein Beutezug, der auf eine Kuhherde gerichtet ist, nach einer anderen Version das Beschießen mit Pfeilen und Ausplünderung der schwachen Verwandten des Königs, ferner ein Würfelspiel um eine Kuh, wobei der König offenbar als der Gewinner zu denken ist²). — Für noch erhabener und wirksamer als der Rājasūya gilt der Vājapeya („Krafttrunk“)³). Hier steht ein Wagenrennen im Vordergrund; natürlich siegt der Opferer: offenbar ein Zauber, bestimmt ihm die rasche Kraft (*vāja*), die im laufenden Pferde am sichtbarsten verkörpert ist, mitzuteilen. Daran schließt sich das schon oben (S. 85) erwähnte Aufsteigen zur Sonne, d. h. zu einem die Sonne darstellenden, aus Weizenmehl gemachten Radkranz, welchen man auf den zum Anbinden der Opfertiere bestimmten Pfosten gelegt hat. Der wieder herabgestiegene Opferer empfängt dann ähnlich wie bei den vorher besprochenen Feiern eine Salbung⁴).