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Die Religion des Veda c8.s10.151

Die Religion des Veda c8.s10.151

Language
German

c8.s10.151

Beim Bad des Opferrosses, das dieses zu seiner Bestimmung weihte, mußte ein Mensch von verächtlicher Herkunft einen „vieräugigen Hund“, d. h. einen Hund, der neben den Augen zwei augenähnliche Flecken hatte — offenbar ein Symbol feindlicher Mächte⁶ — mit einer Keule totschlagen⁷; den ließ man im Wasser unter das badende Roß schwimmen. „Wer dem Roß nach dem Leben trachtet, den trifft Varuṇas Plage,“ hieß dazu der Spruch. Nachdem das Roß seine Weihe empfangen, ließ man es ein Jahr lang frei im Lande umherlaufen; ein Gefolge bewaffneter Jünglinge begleitete und bewachte es. Daheim gingen unterdes mannigfache Opfer, der Vortrag solenner Erzählungen, Gesang und Lautenspiel vor sich; jung und alt, hoch und niedrig nahm an den geprängereichen Feiern teil. Endlich war das Jahr verflossen; inmitten des Prunks einer dreitägigen Somafeier wurde das Roß umgeben von einem Gefolge zahlloser Opfertiere ¹) dargebracht. Zum toten Roß mußte sich die oberste Gemahlin des Königs legen; man bedeckte Weib und Tier mit einem Gewande; es ist klar, daß dadurch fruchtbare Fortpflanzung erweckt und mit dem vom Roßopfer ausgehenden Segen durchtränkt werden sollte. Zwischen den Priestern und den königlichen Frauen samt ihrem Gefolge wurden unzüchtige Scherzreden gewechselt — ein zu ritueller Festigkeit gelangtes Stück alten Volksübermuts? oder possenhafte Unterhaltung der unsichtbar anwesenden Götter, oder — dies vielleicht das Wahrscheinlichste — auch dem Fruchtbarkeitszauber zugehörig?