Die Religion des Veda c8.s10.35
Die Religion des Veda c8.s10.35
- Language
- German
c8.s10.35
Hier sind schließlich noch einige an feste Daten geknüpfte Riten zu erwähnen, die außerhalb des Rituals der drei Feuer stehen und allein mit dem häuslichen Opferfeuer zu vollziehen sind: so ein am Vollmond des Āśvayuja (um den Beginn des Herbstes) darzubringendes Opfer für das Gedeihen der Herden¹), ferner die vermutlich einer vergleichsweise jungen Zeit angehörigen Riten des Schlangenkults²) am Anfang und Ende der durch die Schlangen besonders gefährdeten Zeit (am Vollmond des Śrāvaṇa [Juli-August] und des Mārgaśīrṣa [November-Dezember]), vor allem aber die während der Wintermonate zu vollziehenden Feiern der drei Aṣṭakās³). Ihr Zeitpunkt — das letzte Mondviertel der betreffenden Monate — steht im Einklang mit der Bedeutung, die sich aus den unbestimmten und schwankenden Angaben der Texte hervorzuheben scheint: in erster Linie sind es offenbar die Manen, denen die Aṣṭakās gelten, so daß diesen Feiern für das häusliche Opferritual eine ähnliche Bedeutung zukommen könnte, wie im Ritual der drei Feuer dem Seelenfest, das mit dem dritten Jahreszeitenopfer verbunden ist (oben S. 441)⁴). Man brachte den Manen das im Totenkult gewöhnliche Klößeopfer und auch ein Tier dar. „Selbst wenn er (der Opferer) noch so unbemittelt ist, soll er die Aṣṭakā doch mit einem Tier feiern. Oder er soll einen Opferkuchen bereiten. Oder er soll einer Kuh Futter vorwerfen. Oder er soll im Wald Gestrüpp anzünden und sagen: ,Das ist meine Aṣṭakā.‘ Aber er soll nicht unterlassen etwas zu tun“¹).