Die Religion des Veda c8.s10.50
Die Religion des Veda c8.s10.50
- Language
- German
c8.s10.50
⁵ Ich weise hier noch auf das in das Somaritual verwobene „Sauremilchglutopfer“ (*dadhigharma*) hin, das mit dem Gharma in deutlicher ritueller Beziehung steht (Ind. Stud. X, 382; Caland-Henry 283); auch da tritt Zusammenhang mit dem Sonnenlauf hervor: „zur Mitte ihrer Bahn ist die Sonne gelangt“, heißt es in dem auf dies Opfer bezüglichen Lied des Ṛgveda (X, 179, 2). Wichtig ist weiter eine Stelle des Froschliedes (Ṛv. VII, 103, 8. 9). Die Frösche, die alljährlich, wenn die feuchte Jahreszeit wiederkehrt, ihre Stimme erheben, werden mit Priestern verglichen, die eine das Jahr durchziehende Feier halten, mit „somaopfernden Brahmanen“, mit „Adhvaryus, die am Glutkessel schwitzen“. „Sie bewahren die Götterordnung des zwölfgeteilten (Jahres); diese Männer versäumen nicht die rechte Zeit. Wenn im Jahreslauf die Regenzeit gekommen ist, werden die erhitzten Glutkessel zur Ruhe gesetzt.“ Das spätere Ritual schreibt den Tag vor dem Beginn der Somapressungen dafür vor den Glutkessel fortzutun (Indische Studien X, 365). Man wird den Eindruck haben, daß die Glutkessel der feiernden Frösche in Beziehung zur Sonnenglut der heißen Zeit stehen, die der Regenzeit vorangeht; kommt der Regen, tun die Opferer die Glutkessel fort. So scheint vom Ṛgveda her unsere Annahme, daß das Milchopfer einen auf die Sonne mit ihrer Glut gerichteten Zauber darstellt, Bestätigung zu erhalten. Wenn der Ṛgveda aber weiter darauf hinweist, daß sich mit dieser Beziehung auf die Sonnenglut auch die auf den sie ablösenden Regen verbindet, so steht dies zunächst in vollem Einklang mit der oben (S. 448) mitgeteilten Anrufung an den „Strahl der Sonne, den regenspendenden“, sodann aber mit folgender Brāhmaṇastelle: „Auf den leuchtenden (Kessel) blicken sie hin; vom leuchtenden (Himmel) her sendet der Regengott den Regen: so gewährt der Regengott Regen; die Geschöpfe gedeihen“ (Taitt. Ār. V, 6, 11). Auch die diesem Opfer angehörige Verwendung eines ṛgvedischen Verses (X, 139, 4; vgl. Taitt. Ār. IV, 11, 7), der von Indra spricht, wie er den Wassern nachgeht und dabei die Gehege der Sonne erblickt, führt wohl in denselben Vorstellungskreis.
Linked texts (2)
- Taittirīyāraṇyaka — Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit