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Die Religion des Veda c8.s10.69

Die Religion des Veda c8.s10.69

Language
German

c8.s10.69

Von der Mittagspressung mit ihrer ausschließlichen Zugehörigkeit an Indra, zu dem sich nur noch als sein Gefolge die Maruts stellen, war schon die Rede. — Die Abendpressung umfaßt nach dem Ritual der jüngeren Veden Somaschöpfungen für die Ādityas, Savitar, Alle Götter, Agni als den von den Götterfrauen begleiteten; hinterher noch für Indra als den Herrn der falben Rosse. Die Ordnung der Litaneien entfernt sich davon einigermaßen; es werden zwei vorgetragen: an Alle Götter — mit Hauptabschnitten an Savitar, Himmel und Erde, die Ṛbhus und Alle Götter — und an Agni samt den Maruts, welche Litanei unter bunt gemischten anderen Bestandteilen auch einige Verse an die Götterfrauen enthält¹). Mir scheint kein Zweifel, daß diese Ordnungen in wesentlichen Stücken von denen der ṛgvedischen Zeit abweichen. Nach den Daten der alten Hymnensammlung waren es offenbar die Ṛbhus, oder die Ṛbhus mit Indra, denen der Hauptanteil am abendlichen Soma zukam; sie sind in der späteren Ordnung auf eine verhältnismäßig untergeordnete Stelle zurückgedrängt worden²). Für die Ādityas³) und für die eigentümliche, in der Natur der betreffenden Gottheiten wenig motivierte Verbindung Agnis mit den Maruts⁴) bezeugt der Ṛgveda in der Tat die Beteiligung am Somatrank, freilich an so wenigen Stellen, daß es naheliegt, hier an eine in der alten Zeit noch nicht zu allgemeiner Geltung gelangte Besonderheit einzelner Familienrituale zu glauben. Auch die Götterfrauen läßt schon der Ṛgvedg vom Soma genießen, und ebenso entspricht die Heranziehung von Indras Rossen zusammen mit dem Gott selbst — gleichviel ob sie gerade an der Stelle und in der Form stattgefunden hat wie im späteren Ritual — vollkommen den Anschauungen des Ṛgveda. Für wahrscheinlich aber halte ich, daß die Somaspende an Savitar nicht in die alte Zeit zurückgeht. In den Liedern des Ṛgveda an diesen Gott könnte sonst kaum jede Beziehung auf den ihm dargebrachten Soma fehlen ¹). Es ist bezeichnend, daß man als Einzelvers dem Gott die Spende zu übergeben (*yājyā*) einen nicht ṛgvedischen Vers ²) wählen oder wohl vielmehr verfassen mußte, um darin auf den Somatrank des Savitar hinweisen zu können.