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Die Religion des Veda c8.s10.76

Die Religion des Veda c8.s10.76

Language
German

c8.s10.76

Wir mußten etwas länger bei diesen Details verweilen, damit das Verhältnis des Somaopfers zu den älteren und jüngeren Schichten der vedischen Götterwelt hervortrete. Eine Gottheit, die für die jüngeren Veden von so überragender Bedeutung ist wie der Weltenschöpfer Prajāpati, konnte beim Somaopfer wohl in Nebenriten, in leicht kenntlichen Hinzufügungen zum ursprünglichen Ritual Eingang finden; von den eigentlichen Grundlagen jenes Opfers ist sie ferngeblieben. Und was von Prajāpati gilt, gilt wenigstens annähernd auch von Savitar. Savitar, in so vielen Liedern des Ṛgveda gefeiert, ist ohne Zweifel wesentlich älter als Prajāpati, aber doch spricht alles dafür, daß dieser Gott mit dem abstrakten Namen (der „Erreger“) und der abstrakten Wesenheit ³) zu den jüngeren Gebilden der vedischen Götterwelt gehört. Offenbar muß das Somaritual wenigstens bis zur ṛgvedischen Zeit fest genug gestanden haben, um einem solchen Gott den Eingang zu verwehren ⁴). So ist denn — auch dieser Tatsache wurde schon in anderem Zusammenhang (S. 105) gedacht — in gewissem Sinn selbst Agni vom Kreis der somatrinkenden Gottheiten ausgeschlossen. Er trinkt Soma nur etwa an nebensächlicher Stelle als Glied einer längeren Götterreihe auf Grund seines Verhältnisses zu einem der Priester, an deren Reihe jene Götterreihe angeknüpft ist¹), oder in Gemeinschaft mit Indra²), an dessen Wesen er dann gewissermaßen teilnimmt, aber nicht kraft eigenen Rechts und unter Ehrenerweisungen, die seiner Bedeutung in der ṛgvedischen Vorstellungswelt entsprechen würden. Wir dürfen in diesen Ordnungen des Somaopfers die Spur eines Zeitalters sehen, für das Agni, von jener Bedeutung noch entfernt, nur der Diener der Götter, aber kein den großen Himmlischen gleichberechtigter Gott war. —