Die Religion des Veda c8.s3.15
Die Religion des Veda c8.s3.15
- Language
- German
c8.s3.15
In einigen anderen Fällen wird die in einem Teil der Opferspeise bestehende Medizin äußerlich angewandt; im übrigen liegt derselbe Gedanke zugrunde. Nach der Hochzeit kann statt des gemeinsamen Essens (vgl. S. 332) eine Salbung der Herzen von Bräutigam und Braut mit einem Opferspeisenrest eintreten⁴). — Von den am vierten Tag nach der Hochzeit geopferten Sühnspenden, die unheilbringende Mächte aus der jungen Gattin vertreiben sollen, gießt man die Reste zusammen: damit wird die Frau bis zu den Haaren und Nägeln gesalbt und eingerieben⁵). — Wird während der Fahrt des jungen Paares vom Elternhaus der Braut zum Hause des Mannes der Wagen schadhaft, bringt man ein Opfer dar und salbt die reparierte Stelle mit dem Rest der Opferbutter¹). — Beim Somaopfer salbt der Hotar sich die Augen mit der über eine gewisse Opperspende gegossenen Butter²). — Beim Vājapeya-Opfer besprengt der Priester den Opfernden mit dem Rest der aus Wasser, Milch und mannigfaltigen Nahrungssubstanzen zusammengeschütteten Opferspeise. Ähnlich bei der Schichtung des Feueraltars³). — Beim Sautrāmaṇī-Opfer wird nach der Darbringung einer Reihe von Spenden, die Heilung von Gebrechen bezwecken, an die beiden Aśvin, Sarasvatī und Indra, der Opferer mit den Resten der Spenden begossen; dazu die Sprüche: „Mit der Arznei der Aśvin begieße ich dich zu Glanz und heiligem Ruhm! Mit der Arznei der Sarasvatī begieße ich dich zu Kraft und Nahrungsfülle! Mit Indras Indrakraft begieße ich dich zu Stärke, Glück, Herrlichkeit!“⁴). — Beim Vājapeya beriechen die Pferde vor und nach dem dieser Feier angehörigen Wettrennen die Opferspeise, um Kraft und Schnelligkeit zu erlangen⁵). — Auch der vom Opferfeuer aufsteigende Rauch sowie der Geruch des Opfers wird als wirksamer Übertrager der im Opfer enthaltenen Segenskraft angesehen. Bei der Anlegung des heiligen Feuers wird dieses von einer Stelle zur anderen so geführt, daß der Rauch den Opferer trifft⁶). — Bei einem Opfer für das Gedeihen der Herden wird vorgeschrieben: „Um das Feuer herum stellt man die Kühe, so daß sie den Geruch der geopferten Speise riechen“⁷). — Auch das Anfassen von Wesenheiten, die zum Opfer gehören, beteiligt den Menschen an der Kraft des Opfers: so stellt der Opferer durch Berühren des Opfertiers seine Verbindung mit dem Opfer her¹); beim Sākamedhafest berührt man die für Rudra in die Luft geworfenen Reste der Opferkuchen und „bereitet sich dadurch Heilung“²).