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Die Religion des Veda c8.s4.5

Die Religion des Veda c8.s4.5

Language
German

c8.s4.5

Wie über der Geburt, so wacht das Feuer auch über den wichtigsten Lebensabschnitten des Heranwachsenden. Man betrachte etwa die Beschreibung, die Śāṅkhāyana²) von der Zeremonie des Haarschneidens, bekanntlich einem auch im Ritual zahlreicher Naturvölker besonders bedeutsamen Ritus, gibt. Man legt ein Feuer an, stellt Gefäße mit glückbringenden Gegenständen hin und legt die erforderlichen Utensilien, wie einen Spiegel, ein Schermesser usw., nieder. Das Haar des Knaben wird mit lauwarmem Wasser benetzt und darauf unter dem Vortrag segenbringender Verse geschoren. Von der Verwendung jenes Feuers aber zur Darbringung einer Opferspende ist nicht die Rede. Allein vom Standpunkt des Veda angesehen könnte man versucht sein, die Gegenwart des Feuers zu erklären als veranlaßt durch andere ähnliche Riten, bei denen ein Opfer und darum ein Opferfeuer vorkam; die Tatsachen der Ethnologie aber lassen uns hier deutlich das dämonenvertreibende Zauberfeuer erkennen³).