Die Religion des Veda c8.s4.59
Die Religion des Veda c8.s4.59
- Language
- German
c8.s4.59
Was den Begründungsakt des Kultus durch Anlegen des oder der heiligen Feuer betrifft, so ist es für uns unwesentlich, die nach den vedischen Schulen sowie nach dem Unterschied des einen oder der drei Feuer differierenden Vorschriften vollständig darzulegen. Es genüge, zu bemerken, daß die Neuerzeugung des Feuers aus den Reibhölzern und das Holen eines vorhandenen Feuers von bestimmten Stellen, z. B. aus dem Hause eines reichen Herdenbesitzers oder eines großen Opferers, nebeneinander stehen; im einen Fall liegt der Nachdruck auf der Unberührtheit des frischerzeugten Feuers, im anderen auf der glücklichen Vorbedeutung des mit dem altvorhandenen Feuer verknüpften Segens. Als häusliches Feuer wird auch — und das ist in bezug auf dieses wohl die verbreitetste Vorschrift — das Feuer zu unterhalten empfohlen, in das der Opferer zum letztenmal als Brahmanenschüler, wie es Schülerpflicht ist, das Holzscheit getan, oder das, mit dem für ihn die Hochzeitszeremonien verrichtet sind. Von den fetischartigen Verkörperungen des Agni als Pferd und Ziegenbock, die bei der Feueranlegung nach dem Ritual der drei Feuer eine Rolle spielen, war in anderem Zusammenhang die Rede²).