Die Religion des Veda c8.s5.21
Die Religion des Veda c8.s5.21
- Language
- German
c8.s5.21
Von Ausnahmen kommen natürlich nicht ernstlich in Betracht die ungeheuren Massen von Opfertieren aller Art, die für das Roßopfer als Begleiter der Haupthostie vorgeschrieben werden¹): hier liegt schwerlich ursprüngliche kultische Sitte vor, sondern priesterliche Künstelei. Wichtiger ist als Überschreitung der sonst geltenden Grenzen in der Wahl der Opfertiere das Opferroß selbst. Dies ist wohl nicht als Überrest aus einem Zeitalter zu deuten, für das Pferdefleisch zu den gewöhnlichen Nahrungsmitteln gehörte²). Es wird ein alter Zauberritus zugrunde liegen, von dessen Wesen später zu sprechen ist³). Ähnlich kommt es beim Eselopfer als Sühne für Verletzungen der Keuschheit (s. oben S. 327. 333) weniger darauf an, ob der Esel sich dazu eignet von der Gottheit genossen zu werden, als daß er das Tier ist, aus dessen Überfluß sich am besten was der Mensch von männlicher Kraft verloren hat, in ihn zurückzaubern läßt. Auch wenn beim Regenzauber die Fischotter als Opfertier für den Wassergott Apām napāt erscheint⁴), ist das mehr Zauber als Opfer. Ähnliches begegnet vielfach.