Die Religion des Veda c8.s5.26
Die Religion des Veda c8.s5.26
- Language
- German
c8.s5.26
Die schon beim nichttierischen Opfer erwähnte Korresponsion zwischen den Eigenschaften des Gottes und der ihm gebrachten Gabe tritt beim Tieropfer noch deutlicher hervor. Die Tendenz zeigt sich, wenn auch entfernt nicht ausnahmslos⁵), das Opfertier den Gott im Geschlecht, in der Farbe und anderen Eigenschaften nachbilden zu lassen. Da die Speise dem Esser ihre besonderen Eigenschaften mitteilt ¹), wird auch der Gott, dessen Stärke die Opfermahlzeit mehren soll, die höchste Zunahme von Substanz in der eben für ihn erforderten Beschaffenheit durch Verzehren des ihm homogensten Tieres — vielleicht darf man in vielen Fällen für die älteste Anschauungsform geradezu sagen, des mit ihm identischen Tieres — erfahren ²). Für Indra, dessen Wesen strotzende Männlichkeit ist, der in den Liedern zu zahllosen Malen Stier genannt wird, finden wir den Stier als häufiges Opfertier; auch ißt Indra den Büffel ³), mit dem der gewaltige Gott gleichfalls gern verglichen wird. Bei bestimmten Opfern tritt neben Indras Stier ein rötlicher Ziegenbock für die Aśvin — „denn von rötlicher Farbe gleichsam sind die Aśvin“, heißt es — und ein weibliches Schaf von bestimmten Eigenschaften für Sarasvatī ⁴). Für den rauchumwölkten Agni gibt es das Opfer eines Ziegenbocks mit schwarzem Hals; die Sonne und der Totengott Yama erhalten zwei Ziegenböcke, den einen weiß, den anderen schwarz ⁵); beim Opfer an die der Lebens- und Zeugungskraft beraubten Manen wird Gewicht darauf gelegt, ihnen nicht einen Widder, sondern einen Hammel darzubringen ⁶) u. dgl. m.