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Die Religion des Veda c8.s5.47

Die Religion des Veda c8.s5.47

Language
German

c8.s5.47

Liegt ein letzter Überrest eines Gebrauches vor, vom ganzen Tier das Netz ich will nicht sagen allein dem Gott zu spenden, aber doch allein zu verbrennen? Von den nahverwandten Persern sagt Strabo¹), daß sie das Opfertier nicht ins Feuer opfern, sondern es unter sich verteilen. Den Göttern geben sie nur die Seele: doch wird ein kleines Stück des Netzes (ἐπίπλου τι μικρόν) ins Feuer getan. Beim alttestamentlichen Sündopfer²) wurden die Nieren mit dem Fett und das Netz — also Fettstücke in etwas größerem Umfang als im indischen Ritual, dem Wesen der Sache nach aber wohl ein entsprechender Teil — auf dem Brandopferaltar geopfert, der übrige Körper aber außerhalb des Lagers verbrannt, d. h. als belastet von der zu sühnenden Sünde oder dem göttlichen Zorn vernichtet. Beim Schuldopfer³) wurden die Fettstücke auf dem Altar geopfert, das übrige von den Priestern verspeist. Beim Dankopfer⁴) wurden die Fettstücke auf dem Altar geopfert: „das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem Herrn“; das übrige fiel teils den Priestern zu, teils wurde es vom Darbringer mit den Seinigen verzehrt. Die heute bei den Zulus geltenden Opfergebräuche beschreiben die von Callaway⁵) vernommenen eingebornen Zeugen folgendermaßen. Man tötet den Opferstier und häutet ihn. Dann nimmt man etwas vom Fett des Netzes und verbrennt es mit Weihrauch; das Haus wird vom Geruch des verbrannten Netzes erfüllt, und man denkt daran, daß man den Geistern seines Volks einen süßen Geruch bereitet. Das Fleisch des Tiers aber wird niedergelegt; die Geister kommen und essen davon. Am Morgen findet man es unberührt, aber die Geister haben daran geleckt¹).