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Die Religion des Veda c8.s5.5

Die Religion des Veda c8.s5.5

Language
German

c8.s5.5

Wir werden beim Tieropfer eingehender von der Tendenz sprechen, dem einzelnen Gott eine seinem speziellen Wesen entsprechende Nahrung zu bieten. Hier gehören einige Erscheinungen unter denselben Gesichtspunkt: so wird für gewisse Gelegenheiten des Totenkultus oder des im Namen eines Toten auszuübenden Kultus die Milch einer Kuh vorgeschrieben, deren eigenes Kalb tot ist und die nun ein fremdes nährt¹); für Nirṛti, die Göttin der Vernichtung, wird das Opfer der bei der Bereitung einer anderen Opferspeise beiseite gefallenen Getreidekörner²) sowie von schwarzem Reis³) erwähnt; für die Göttinnen Nacht und Morgenröte — die schwarze und die aus jener geborene helle — die Milch einer schwarzen Kuh, die ein weißes Kalb hat⁴). Der in der Wildnis lebende Rudra genießt bei einer Reihe von Gelegenheiten — mit charakteristischer Überschreitung der sonst fast durchgängig geltenden Beschränkung der Opfergaben auf die gewöhnlichen wirtschaftlichen Produkte — wilden Sesam, wilden Weizen, Milch von Rehen, kurz wildgewachsene oder aus dem Wald stammende Stoffe⁵). Zu den Toten stehen — ich weiß nicht aus welchem Grund — Sesamkörner in besonderer Beziehung⁶). Endlich muß in diesem Zusammenhang auf die Rolle der den verschiedenen Göttern heiligen Zahlen bei den Darbringungen hingewiesen werden: der Opferfladen für Agni wird auf acht, der für Indra auf elf Scherben ¹) bereitet usw.: Künsteleien, denen hohes Alter nicht zugeschrieben werden kann ²).