Die Religion des Veda c8.s5.85
Die Religion des Veda c8.s5.85
- Language
- German
c8.s5.85
Ich schließe diesen Überblick über die Opferspeisen und -tränke mit der Bemerkung, daß hie und da — schon bei Gelegenheit des Eselopfers und Roßopfers wurde das gestreift — auch nicht eßbare bzw. trinkbare Substanzen als Opferspenden dargebracht oder diesen zugesetzt werden. Mir scheint, daß in solchen Fällen Vermischung von Opfer im gewöhnlichen Sinn und von Zauber vorliegt. Zaubermanipulationen, die mit einem Gegenstand vorgenommen werden, können sich unter den Händen eifriger Opferkünstler in ein Opfern dieses Gegenstandes verwandeln; das Opfer kann als Zaubermittel betrachtet werden, eine Substanz in den Opferer oder in andere Wesen hineinzuschaffen oder sonst in deren Besitz zu bringen. Wer langes Leben wünscht, opfert in der Vollmondsnacht hundert Nägel von Khadira-holz: vielleicht als Festnagelung des Lebens durch die hundert Jahre, die man sich wünscht. Wer Besitz tödlicher Waffen begehrt, opfert eiserne Nägel. Die Darbringung von tausend Spenden von Kälbermist verschafft Großvieh, Spenden von Schafmist Kleinvieh ¹). Beim Sautrāmaṇīopfer mischt man den Spenden Wolfs-, Tiger- und Löwenhaare bei ²); so erlangt der Opferer die Kraft dieser Tiere. Um Ameisen zu vernichten, tut man Gift in die Opferspende ³). Durch derartige Ausnahmen wird der Satz, daß man dem Gott als Nahrung darbringt, was man selbst genießt, nicht aufgehoben.