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Die Religion des Veda c8.s6.28

Die Religion des Veda c8.s6.28

Language
German

c8.s6.28

Der Purohita¹ im gewöhnlichen Sinn des Worts ist durchaus als im Dienst des Königs stehend zu denken, wie umgekehrt der König als einen Purohita beschäftigend. „Nun über die Stellung des Purohita“, sagt ein Brāhmaṇa²). „Die Götter essen nicht die Speise eines Königs, der keinen Purohita hat. Will also ein König opfern, soll er einen Brahmanen zum Purohita machen, damit die Götter seine Speise essen.“ Gelegentlich freilich ist von Purohitas auch in weiterem Sinn die Rede: so in der Vorschrift, daß an der Stelle des Opfers, wo für einen Opferherrn der Brahmanenkaste dessen Vorfahren als von Agni begnadete Opferer genannt werden, bei einem Opferherrn zweiter oder dritter Kaste die Ahnen seines Purohita in die betreffende Formel einzusetzen sind³). Man wird dies dahin zu verstehen haben, daß auch abgesehen vom Königshause in bedeutenderen Häusern Brahmanen sich als geistliche Vertrauensmänner in einer festen Stellung analog der des königlichen Purohita befanden. Unsere Überlieferung in jedem Fall läßt durchaus den königlichen Purohita als den eigentlichen, im Vordergrund alles Interesses stehenden Träger dieses Titels hervortreten und gibt uns — insonderheit wenn wir die Angaben der vedischen Ritual- und der Rechtstexte durch die reichhaltigen außervedischen Materialien, namentlich die buddhistische Erzählungsliteratur und die großen Epen¹) ergänzen — ein deutliches Bild von der Stellung eines solchen geistlich-höfischen Würdenträgers.