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Die Religion des Veda c8.s6.64

Die Religion des Veda c8.s6.64

Language
German

c8.s6.64

Diese Bemerkungen über den Purohita seien beschlossen mit dem Hinweis darauf, daß man versucht hat aus der bevorzugten Stellung dieses priesterlichen Beamten die ganze Existenz der Brahmanenkaste mit ihrem Kultmonopol herzuleiten. Diese Auffassung trifft schwerlich das Rechte. Die Absonderung eines erblichen Priesterstandes liegt, wie wir gesehen haben, in der ṛgvedischen Zeit, wenigstens der Hauptsache nach, als eine vollzogene, vermutlich längst vollzogene Tatsache vor. So könnte sie, wenn überhaupt, nur aus dem überragenden Einfluß vorvedischer, vielleicht vorindischer Purohitas hergeleitet werden: und da ist es doch weder beweisbar noch wahrscheinlich, daß der Einfluß solcher königlicher Sakralbeamten mehr als einen Beitrag unter anderen Beiträgen zu jenem so natürlich sich entwickelnden Erblichwerden priesterlichen Wissens und Könnens und damit zur Bildung der Brahmanenkaste geliefert hat. Für den vedischen Standpunkt jedenfalls stellt sich die Purohitawürde nicht als Wurzel, sondern umgekehrt als Konsequenz des Daseins der Brahmanenkaste dar, als Konsequenz des Satzes, daß man zur Besorgung der Kultangelegenheiten nur durch die Geburt innerhalb gewisser Familien befähigt wird. Daß dann weiter jene einflußreichen Hofbeamten bei der allmählichen Steigerung brahmanischen Kastenhochmuts und brahmanischer Ansprüche eine wesentliche Rolle gespielt haben, bleibt freilich wahrscheinlich genug. —