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Die Religion des Veda c8.s6.75

Die Religion des Veda c8.s6.75

Language
German

c8.s6.75

Hier ist noch auf die Berührungen dieser Priesterliste mit der acht Priester umfassenden des altiranischen Somaopfers³) hinzuweisen. Die Identität eines der hervorragendsten vedischen Priester mit dem vornehmsten Liturgen des awestischen Rituals ist ein wichtiges, längst bekanntes Faktum: der vedische Hotar, dem die großen Rezitationen oblagen, entspricht dem awestischen Zaotar, der beim iranischen Somaopfer die Gāthās vortrug. Auch die Namen und Funktionen der übrigen awestischen Priester weisen ganz auf die Sphäre der in der vedischen Somafeier wichtigen Handlungen hin, auf das Waschen, Pressen, Sieben des Soma, auf seine Vermischung mit Milch, das Herzubringen des zum Opfer erforderlichen Wassers, das Unterhalten des heiligen Feuers. Aber es ist bei den Verschiebungen, denen die Benennungen und, wie wir sehen werden, auch die Funktionen der einzelnen Priester ausgesetzt waren, begreiflich, daß eine direkte Identifikation der vedischen und awestischen Priestertümer sich nur an einigen Stellen und auch da nur ganz vermutungsweise versuchen läßt: so möchte man den Ātrevakhš, den „Feuerpfleger“ dem vedischen Agnīdh („Feuerentflammer“) vergleichen, den Āsnatar („Wäscher“), der den Soma zu waschen und durchzusieben hat, vielleicht dem vedischen Potar („Reiniger“). Die awestische Liste ist aber wichtig nicht allein durch das, was sie enthält, sondern auch durch das, was sie nicht enthält. Neben dem Zaotar, dem Rezitierer der Litaneien, gibt es keine eigenen Sänger: eine Tatsache, die im Zusammenhang damit, daß in der eben besprochenen Liste der ältesten vedischen Priester gleichfalls die drei Sänger des gewöhnlichen vedischen Rituals fehlen, wohl Beachtung verdient.