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Die Religion des Veda c8.s6.96

Die Religion des Veda c8.s6.96

Language
German

c8.s6.96

Der unter verschiedenen Namen als Upavaktar (Zusprecher), Praśāstar (Befehlserteiler), Maitrāvaruṇa (Priester des Mitra und Varuṇa) erscheinende Priester tritt bei den kleineren Opfern vom Typus des Neu- und Vollmandsopfers nicht auf; er kommt beim Tier- und Somaopfer zu den bisher erwähnten hinzu. Seine Funktionen sind doppelter Art. Ihm liegt, wie seine beiden erstgenannten Namen ausdrücken, das Erteilen zahlreicher Befehle (*praisa*) an andere Priester ob; schon der Ṛgveda (IX, 95, 5) sagt vom Soma, daß er die Rede antreibt „wie der Zusprecher die des Hotar“¹). Dann aber hat er seinerseits auch eine Reihe von Rezitationen vorzunehmen und ist in dieser Hinsicht beim Tieropfer der einzige²), beim Somaopfer einer unter mehreren Gehilfen des Hotar. Beim Tieropfer bildet er mit dem Hotar zusammen ein so gleichartiges Paar, daß die Anrufung der „beiden göttlichen Hotar“ in einer diesem Opfer angehörenden Litanei³) nicht anders als von dem in die Götterwelt verlegten Gegenbild eben dieses Priesterpaares verstanden werden kann. — Der dritte seiner oben aufgeführten Namen, Maitrāvaruṇa, hängt damit zusammen, daß beim Somaopfer Rezitationen an Mitra und Varuṇa unter den ihm obliegenden hervortreten; die besondere Beziehung, in der er zu diesen Göttern steht, ist schon in den spärlichen Daten des Ṛgveda deutlich erkennbar¹). Vielleicht hängt seine Rolle als „Befehlserteiler“ mit dieser Beziehung zu Mitra und Varuṇa, den göttlichen Befehlshabern, zusammen²).

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