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Die Religion des Veda c8.s7.10.4

Die Religion des Veda c8.s7.10.4

Language
German

c8.s7.10.4

„Die Götter sind in sie eingegangen,“ sagt der Ṛgveda (X, 136) von den in ekstatischem Taumel Erregten und rührt damit an eine Vorstellungsweise, die von niedrigsten Formen der Religion bis zu den höchsten eine bedeutsame Rolle gespielt hat. Es ist ein Dichter des Ṛgveda (VIII, 59, 6), welcher in der durch Tapas erzeugten Vision die alten Schöpfungen der Vorfahren, der ersten Opferer in der fernsten Vergangenheit des Menschengeschlechts erblickt. Aus der von Tapas erfüllten Seele wird der Traum geboren und „die tapasgeborene, den Göttern wohlgefällige Rede“. Durch Tapas gelangt zur Sonne, wer großes Tapas vollbracht hat; nachdem er Tapas geübt, hat Indra die Sonne gewonnen. Den König, der dem Brahmanen die Frau genommen, erinnert man an die sieben Ṛṣis, die Ahnen der Brahmanengeschlechter, „die zum Tapas sich niedergesetzt haben“: die dem Brahmanen eigene Zaubermacht des Tapas wird dem Beleidiger Unheil bringen. Das Tapas gibt Kraft zu gewaltigsten Schöpfungen; die Göttin Aṣṭakā, Tapas vollziehend, hat Indras Größe geboren; die Ṛṣis sind aus dem Tapas geboren²). In zahlreichen Legenden der Brāhmaṇatexte vollzieht Prajāpati der Weltschöpfer Tapas, durch das er die Kraft erwirbt, Welten und Wesen aus sich zu entlassen. Einst vollzog er solches Tapas, daß aus allen seinen Poren Lichter hervorkamen; das sind die Sterne³).