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Die Religion des Veda c8.s7.10.3

Die Religion des Veda c8.s7.10.3

Language
German

c8.s7.10.3

In der Tat steht, wenn unter der Bezeichnung Tapas mannigfachste Formen der Kasteiung begriffen werden, doch namentlich in älterer Zeit die Beziehung auf die Hitze als das Vehikel der Kasteiung im Vordergrund; bedeutet ja doch auch das Wort Tapas nichts anderes als Hitze. „Aus dem entflammten Tapas ward Ordnung und Wahrheit geboren“, heißt es im Ṛgveda (X, 190, 1). Der Priester erhitzt die Scherben, auf denen der Opferkuchen gebacken werden soll, indem er sie mit brennenden Kohlen bedeckt, und spricht dazu: „Werdet heiß (*tapyadhvam*) durch der Angiras, der Bhṛgu Tapas“ ²) (Vāj. S. I, 18). In der späteren Literatur begegnet häufig das Tapas der „fünffachen Hitze“: Erhitzung durch vier Feuer, die nach den vier Weltgegenden den Asketen umgeben, und die Sonne. Ein Jainatext beschreibt den Asketen, der „starr wie eine Säule, das Antlitz nach der Sonne gerichtet, auf einem dem Sonnenbrand ausgesetzten Platz sich brennen läßt“ ³). Als Ergebnis aber dieser Erhitzungen und der anderen mit ihnen verbundenen Akte der Selbstpeinigung — Fasten, Wachen, Atemanhalten¹) usw. — betrachtete man Erleuchtung und übernatürliche Macht verschiedenster Art, ähnliche Macht wie sie später dem geschichtlichen Nachfolger des alten Tapasvollziehers, dem Yogin beigelegt wurde.