Die Religion des Veda c8.s8.15
Die Religion des Veda c8.s8.15
- Language
- German
c8.s8.15
Die Vorgeschichte dieser Observanzen zu schreiben, die ihrem Hauptinhalt nach über die Erde verbreitet sind ³), ist Sache der Ethnologie. Sie wird in bezug auf das Fasten insonderheit zu ermitteln haben, wie sich das Motiv der Speiseenthaltung, damit Speise für den Gott vorhanden sei, gegen das Motiv der Furcht vor den dem Feiernden besonders nahen und gefährlichen, durch die Speise angelockten und mit ihr, wenn man sich nicht hütet, in den Menschen einschlüpfenden schädlichen Geistern und den ebenso schädlichen unpersönlichen Substanzen, und ferner gegen das Motiv des Hungerns zum Zweck der Erzeugung ekstatischer Zustände und gegen weitere hier in Betracht kommende Motive abgrenzt ⁴). Wenn im vedischen Ritual das Fasten häufig in spezieller Gestalt als Verbot scharfer oder gesalzener Speisen — so bei der Schüleraufnahme, der Hochzeit, dem Begräbnis — oder auch als Verbot von Fleischgenuß auftritt, so muß dazu bemerkt werden, daß abergläubische Enthaltung von Salz, was auch immer ihr Sinn sein mag, über die Erde verbreitet ist¹); den Ursprung des Fleischverbots liegt es wohl nah in der Scheu vor der Seele des getöteten Tieres und vor der an seinem Körper haftenden Todessubstanz zu vermuten²). — Für den Standpunkt der