Die Religion des Veda c8.s8.24
Die Religion des Veda c8.s8.24
- Language
- German
c8.s8.24
In Verbindung mit dem Fasten ist hier noch folgender bemerkenswerte Ritus zu erwähnen. Bei der Feier des Vajapeya („Krafttrunk“) fand eine Salbung oder vielmehr Begießung des Opferers nach Art der Königsweihe zum Zweck seiner Erfüllung mit Kraft und Obmacht statt. Für diese Zeremonie wurde in ein Gefäß Wasser mit Milch gegossen, sowie nach einigen 17 verschiedene Speisen ³), nach anderen alle Speisen, soviel man ersinnen kann, mit Auslassung einer einzigen. „Diejenige, die er nicht nimmt, von der sage er sich los, von der genieße er nicht sein Leben lang. So geht er nicht bis zum Ende ⁴); so lebt er lange“ ⁵). Ähnliches findet sich bei der Errichtung des Agmialtars. Der Grund und Boden, auf dem der Altar stehen soll, wird gepflügt und Samen aller Art darauf gestreut. „Alle Kräuter sind es. Das ist alle Speise, alle Kräuter. Damit legt er in ihn (der Priester in den Opferherrn) alle Speise. Davon soll er eine Speise fortnehmen; von der genieße er nicht sein Leben lang“ ¹). Für die vedischen Ritualordner mag der Gedanke der ethisch gefärbte sein, daß dem Allgenuß nachtrachten Verderben bringt, dem Ziel aber am nächsten kommt, wer in weiser Selbstbeschränkung wenigstens auf einen Genuß verzichtet. Die Betrachtung weitverbreiteter Ordnungen der Naturvölker indessen führt zu der Vermutung, daß hier in der Tat ein Nachklang oder eine Nachbildung uralter Tabusatzungen vorliegt.