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Die Religion des Veda c8.s9.14

Die Religion des Veda c8.s9.14

Language
German

c8.s9.14

Wenn auch, wie früher ausgeführt ist¹), das den Gott beim Opfer preisende und anrufende liturgische Gebet überwiegend poetische Form hat, der das Opfergerät, den einzelnen Opferhandgriff usw. weihende Spruch dagegen prosaische, so finden sich doch vielfach, und zwar einigemal gerade an zentralen Stellen des Opferrituals, auch prosaische Gebete²). Eins von ihnen, dem Roßopfer zugehörig, wurde schon mitgeteilt (S. 370) und sein Hinausgehen über die Interessen des einzelnen zu denen des öffentlichen Lebens hervorgehoben. Ein anderes spricht der Hotar beim Neu- und Vollmondsopfer: „Es seien dir bei diesem Opfer, o Opferer, freundlich beide Himmel und Erde, die dem Hausstand Heil bringen, die frisches Naß träufeln, furchtlos und verschwiegen, die breite Weide besitzen und Sicherheit verleihen, die den Himmel regnen und die Wasser strömen lassen, die Heil bringen und Labung spenden, die Saft und Milch in Fülle haben, denen zu nahen und auf denen zu wandeln gut ist ... Langes Leben erfleht er (der Opferer); Glück in der Nachkommenschaft erfleht er; Reichtum erfleht er; Vorrang unter seinen Verwandten erfleht er; daß er weiter die Götter verehren möge erfleht er; reichlicheres Bereiten von Opferspeise erfleht er; Himmelsdasein erfleht er; alles Liebe erfleht er. Was er durch dies Opfer erfleht, möge er das erlangen, darin Glück haben. Das mögen die Götter ihm geben. Das erlangt Gott Agni von den Göttern, wir Menschen von Agni“³).