Die Religion des Veda c8.s9.7
Die Religion des Veda c8.s9.7
- Language
- German
c8.s9.7
Das liturgisch geordnete Gebet tritt meistens, aber entfernt nicht jedesmal, in Verbindung mit Opferhandlungen auf. Eine gewisse wenn auch nur relative Unabhängigkeit dem Opfer gegenüber weisen schon jene von Darbringungen nicht begleiteten Gebetshymnen auf, die man in der Frühe des Somaopfertages an die Morgengottheiten richtete: an den das Dunkel erhellenden Agni, die Morgenröte, die beiden Aśvin²). Ein weiteres Beispiel eines opferlosen Gebets ist die „Dämmerungsandacht“, die der Brahmanenschüler nach Śāṅkhāyana³) „im Walde, ein Holzscheit in der Hand, sitzend Tag für Tag schweigend ... bis zum Erscheinen der Sterne vollzieht, indem er nach Ablauf der Dämmerung die großen Worte, die Sāvitrī⁴) und die Segensprüche murmelt. Ebenso morgens nach Osten gewandt, stehend, bis die Sonnenscheibe erscheint". Solches Gebet konnte natürlich durch Gesten der Adoration verstärkt werden wie die des Upasthāna, des verehrungsvollen Sichhinstellens vor ein Objekt der Anbetung, z. B. vor das heilige Feuer oder die Sonne. Über die segensreiche Wirkung eines solchen Upasthāna, das man an seine Opferfeuer richtete, sagt ein Brāhmaṇatext¹): „Der Bittende findet einen Geber, aber der Erhalter mag auch den, welchen er zu erhalten hat, übersehen. Wenn er nun (zum Feuer) sagt: ,Ich bin von dir zu erhalten; erhalte mich!‘ dann kennt ihn das Feuer; dann bedenkt es, daß es ihn zu erhalten hat.“
Linked texts (1)
- Śāṅkhāyanagṛhyasūtra — Śāṅkhāyana, Sanskrit