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Die Religion des Veda c9.s1.41

Die Religion des Veda c9.s1.41

Language
German

c9.s1.41

Herrscher im Reich der Seligen ist des Vivasvant Sohn Yama²), von dem der Atharvaveda sagt, daß er „starb als der erste der Sterblichen, hinging als erster in jene Welt“ (XVIII, 3, 13). Wir haben hier den bei den verschiedensten Völkern der Erde wiederkehrenden mythischen Typus des Oberhaupts der Seelen, den in die Personifikation von Naturerscheinungen wie der untergegangenen Sonne oder des Mondes zu verflüchtigen ich für vollkommen verfehlt halte. Wie oben gezeigt wurde, hat es einen in die indoiranische Zeit zurückgehenden Mythus des Inhalts gegeben, daß von einem urweltlichen Zwillingspaar, Yama „dem Zwilling“ mit seiner Schwester Yamī (bei den Iraniern Yima mit Yimeh) das Menschengeschlecht erzeugt ist. Dieser Vater der Sterblichen wurde dann in Iran und vielleicht schon in indoiranischer Zeit — zwar der Veda weiß davon nichts — als König eines goldenen Zeitalters vorgestellt, in dem es nicht Alter und Tod, nicht Hitze und Kälte, nicht Mangel und Leidenschaft gab. Und wie in der hesiodischen Sage von den fünf Weltaltern die Menschen des goldenen Geschlechts nach dem Tode zu besonders mächtigen Dämonen werden, so lebt im Awesta dies Reich Yimas als ein Reich seliger, weiser Sterblicher fort, in ein weltentrücktes Wunderland versetzt. Wir überschreiten die Grenzen des Beweisbaren, aber nicht der berechtigten Vermutungen, wenn wir hinter diesen Vorstellungen einen Glauben der arischen Zeit zu erkennen meinen, daß die Seelen derer, die in der goldenen Zeit auf Erden mit Yama gelebt haben, auch im Jenseits den König als die Nächsten umgeben, eine Art Adel unter den Hingeschiedenen bilden¹).

Cites (1)