Die Religion des Veda c9.s2.65
Die Religion des Veda c9.s2.65
- Language
- German
c9.s2.65
Zur näheren Ausmalung dieses Daseins gespenstischer, von der Väterwelt ausgeschlossener Seelen scheinen die vedischen Texte nur wenig Material zu liefern²). Interessant, wenn auch genau genommen kein Gespenst im eben bezeichneten Sinne betreffend, ist die Erzählung eines Brāhmaṇatextes³) vom König Uccaiśśravas Kaupayeya. Er stirbt; sein ihm nah befreundeter Neffe vertreibt sich den Schmerz durch Jagd. Da sieht dieser zwischen sich und den Gazellen den Uccaiśśravas. „Bin ich von Sinnen oder sehe ich recht?“ „Du bist nicht von Sinnen; du siehst recht. Für den du mich hältst, der bin ich.“ „Man sagt doch, Erhabener: wenn (ein Verstorbener) erscheint, so gehen die anderen (denen er erscheint) in sein Reich (sie sterben auch). Wie hast du mir denn erscheinen können?“ „Ja — so sprach er — als ich den Herrscher jener Welt angetroffen hatte, da bin ich (mit seiner Erlaubnis) dir erschienen deinen Kummer zu vertreiben und dich zu belehren.“ Der Lebende will den Verstorbenen umarmen. Aber jener „wie wenn man dem Rauch nahte oder dem Wind oder dem Äther oder dem Feuerschein oder dem Wasser, so entweicht er ihm, und er kann ihn nicht fassen und umarmen.“ Er spricht: „Deine Gestalt ist dieselbe, die sie früher war, und doch