Die Religion des Veda c9.s2.94
Die Religion des Veda c9.s2.94
- Language
- German
c9.s2.94
Es kann ferner in Frage kommen, ob nicht auch an ein Eingehen von Seelen in Pflanzen geglaubt worden ist; darüber sei auf einige bei Besprechung des Begräbnisrituals zu machende Bemerkungen²) verwiesen. Endlich ist auch Verkörperung in Sternen dem altindischen Glauben nicht fremd³). Eine bekannte Stelle des großen Epos⁴) spricht von den „Sterngestalten, die leuchtend zu schauen sind wie Lichter, klein durch ihre Ferne, ob sie gleich gar groß sind“: sie leuchten „mit ihrem eigenen Glanz, den sie durch ihre guten Werke gewonnen haben“ — königliche Weise, im Kampfe gefallene Helden, Asketen, die durch ihre Kasteiungen die Himmelswelt erlangt haben. Die Vorstellung aber, die hier im Epos erscheint, geht in den Veda zurück. Ein vedisches Gesetzbuch⁵) sagt: „Die Wesenheiten der Weisen, die Gutes getan haben, sind in der Höhe leuchtend zu schauen,“ und ein Brāhmaṇa¹) erklärt die Sterne für Frauen und dann für „das Licht derer, die durch ihre guten Werke zum Himmel gelangen“. Darf es nicht im selben Sinn verstanden werden, wenn der Ṛgveda sagt: „Hoch am Himmel stehen die, welche Opferlohn gegeben haben,“ wenn er vom himmlischen Dasein der „an Kasteiung reichen Ṛṣis, der Dichter, welche die Sonne bewachen“ spricht²), und wenn der Atharvaveda³) die Ledigen, die kinderlos hingegangen sind, „zum Himmel aufgestiegen auf des Firmamentes Rücken leuchten“ läßt? Dürfen nicht Benennungen wie die des großen Bären als der sieben Ṛṣis oder eines Sterns der Plejaden nach dem Namen der gattentreuen Arundhatī und Vorstellungen wie die von den Kṛttikās als den Gattinnen der himmlischen Bären für Spuren des Glaubens an Sternseelen gehalten werden?