Die Religion des Veda c9.s3.17
Die Religion des Veda c9.s3.17
- Language
- German
c9.s3.17
Von Bösem, das die Verstorbenen den Lebenden zufügen, ist wenig die Rede, wie das in den Zusammenhängen, in welche die betreffenden vedischen Texte größtenteils hineingehören, des Rituals von Begräbnis und Totenopfer, nicht anders erwartet werden kann. Daß die Vorstellung von schadenstiftenden Seelen doch nicht gefehlt hat, ist an sich klar und wird durch hinreichende Spuren bestätigt. Schon im Ṛgveda (X, 15, 6) findet sich das Gebet beim Totenopfer: „Tut uns kein Leid, ihr Väter, wenn wir nach Menschenart irgend ein Fehl gegen euch begangen haben.“ Und in einem jüngeren vedischen Text³ heißt es: „Das was sie sich nehmen ist der Anteil der Väter.“ Die eigenen Väter werden zürnen und schaden nur wo Verschuldung oder Vorenthalten der gebührenden Gaben sie dazu reizt. Dem Fremden werden Seelen leichter gefährlich werden; man erinnere sich der oben (S. 568) erwähnten Anrufung, daß die Väter das Verdienst ihrer guten Werke dem Bittenden zur Vernichtung seines Feindes zuwenden mögen: die priesterliche Pointe vom Verdienst der Werke ist dabei nebensächlich; das Wesentliche ist der Glaube an die Seelen von Vätern, die den Feind ihres Nachkommen vernichten.
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit