Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s2.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s2.1
- Language
- German
c3.s2.1
Wenn wir uns zu dem wenden, was die Veden in nicht-mythischer, direkter Form über die Beschaffenheit und Ordnung der Welt zu sagen haben, so mag zuerst daran erinnert werden, wie oft und emphatisch die vedischen Sänger auf die Gesetzmässigkeit und Regelmässigkeit hinweisen, mit der sich die Phänomene des Naturlebens, besonders die Lichterscheinungen, vollziehen, wie die Sonne in einem Tage Himmel und Erde umeilt, wie die Morgenröten nie den altgewohnten Pfad verfehlen. Die Spur eines naiven Nachdenkens über natürliche Dinge findet sich in dem öfters ausgedrückten Erstaunen, dass die Sonne, obschon von nichts gestützt, nicht vom Himmel herunterfällt. Die Angaben über die allgemeine Anordnung des Weltgebäudes sind zu unbestimmt gehalten, um uns die Construction eines klaren Bildes zu erlauben. Es werden drei Weltgebiete unterschieden: die Erde, der Luftraum und der Lichthimmel. Jeder dieser Bereiche wird manchmal selbst als dreifach bezeichnet; falls hier an eine wirkliche Dreiteilung zu denken sein sollte (und nicht vielmehr an eine der im Veda nicht ungewöhnlichen Übertragungen einer Zahl, die mehreren Objekten zusammen zukommt, auf jedes einzelne derselben), so ist es schwer sich vorzustellen, was die drei Erden sein sollten; Luftraum und Himmel könnte man sich schon eher als in drei übereinander liegende Regionen eingeteilt denken. Die Erde wird rund genannt; wenn sie daneben auch als vier Ecken habend bezeichnet wird, so bezieht sich dies auf die vier Himmelsgegenden; wo von fünf solchen gesprochen wird, ist die Richtung von oben nach unten mit in Betracht gezogen. Von einer feststehenden Einteilung der Erde in Länder oder Regionen findet sich keine Spur; und wo, wie im Ai. Brā., die Erde samudra-paryanta »vom Meer umgrenzt« genannt wird, liegt kein Grund vor, an eine vollständige Umfassung der Erde vom Ocean zu denken, wie sie in der folgenden Periode gelehrt wird. Interessant ist eine Angabe im Jaiminīya-Upaniṣad-Brāhmaṇa, wonach die Mitte der Erde eine Spanne nördlich von dem Plakṣa-Prāsravaṇa liegt, und die Mitte des Himmels da, wo die sieben Ṛṣis (die Sterne des grossen Bären) sind.
Linked texts (2)
- Jaiminīyopaniṣadbrāhmaṇa — Sanskrit
- Aitareyabrāhmaṇa — Mahidāsa Aitareya, Sanskrit