Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.30
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.30
- Language
- German
c3.s3.30
§ 20. Mittlere Periode. — Kalpas und Yugas. — Wir müssen schliesslich in dieser zweiten Periode den Ursprung der ungeheuer grossen Zeitperioden ansetzen, deren Anwendung in der darauf folgenden Periode die Form der Darstellung in allen astronomischen Lehrbüchern so wesentlich beeinflusst. Es erscheint hier nämlich der Gedanke der grossen Yugas (mahāyuga) und Kalpas, von denen die ersteren je 4320000 Jahre umfassen, während 1000 solcher Perioden (um nur die einfachste Berechnung zu erwähnen) einen Kalpa bilden. Das Mahāyuga selbst zerfällt in vier Yugas von successiv abnehmender Länge und Vortrefflichkeit, das Kṛta-, Tretā-, Dvāpara- und Kali-yuga, deren relative Dauer durch die abnehmende Reihe 4, 3, 2, 1 dargestellt wird. Das Jahr, das hier die Grundeinheit bildet, wird als aus 360 Tagen bestehend beschrieben und steht sonach auf einer älteren Stufe als das sonst in der zweiten Periode angewandte Jahr von 366 Tagen. Die Beschreibung dieser Zeit-Abteilungen findet sich nicht in den rein astronomischen Werken der Periode, sondern bei Manu, im Mahābhārata und besonders in den Purāṇas; erwähnt werden sie auch vielfach in der alten buddhistischen Litteratur. Ein eigentlich astronomischer Gebrauch wird von ihnen in dieser Periode nicht gemacht; sie erscheinen hier einfach als Schöpfungen einer von dem Gedanken der Unermesslichkeit der Zeit ergriffenen Phantasie.
Linked texts (3)
- Mānava Dharmaśāstra — Manu & Bhṛgu, Sanskrit
- Mahābhārata — Vyāsa, Sanskrit
- Purāṇa — Sanskrit