Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.5.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.5.1
- Language
- German
c3.s3.5.1
Man kann nicht sagen, dass irgend eine der verschiedenen Theorien über den Ursprung des lunaren Zodiaks bewiesen oder auch nur leidlich plausibel gemacht worden ist. BIOTS Theorie, soweit sie den angeblichen Modus des chinesischen Ursprungs betrifft, ist jedenfalls aufzugeben; es scheint aber andrerseits, dass WEBER in seiner Verwerfung der älteren chinesischen Zeugnisse betreffs des Vorkommens einer 28gliedrigen Sternenreihe zu weit gegangen ist, und dass Grund vorliegt, das Bestehen einer solchen Reihe in China in verhältnismässig sehr alter Zeit anzunehmen. Dafür freilich, dass diese Reihe von China den Indern mitgeteilt worden sein sollte, ist durchaus kein Beweis zu erbringen. Es kann fernerhin wohl kaum mit Grund behauptet werden, dass die Inder — etwa wegen mangelnder Befähigung zu exacten Studien und Beobachtungen, wie WHITNEY anzunehmen geneigt ist — nicht im stande gewesen sein sollten, ihren Nakṣatra-Kreis selbst festzustellen; denn die Construction eines lunaren Zodiaks wie der indische, der sich in ganz regelloser Weise nach Norden und Süden von der Ekliptik entfernt und mit Sternbildern oder Abschnitten der Sphäre von völlig verschiedenem Umfang vorlieb nimmt, erfordert weder besondere Befähigung für theoretische Astronomie, noch genaue und lang fortgesetzte Beobachtung.