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Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.4

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.4

Language
German

c3.s3.4

die Solstizien und Äquinoctien der Periode markirten, in eine 28gliedrige verwandelt und in dieser Form den Indern mitgeteilt worden, welche — den ursprünglichen Charakter der Reihe ganz verkennend oder ignorierend — dieselbe mit der Mondbahn in Verbindung brachten, hauptsächlich zu astrologischen Zwecken, und zugleich damit vielfach in willkürlicher Weise abänderten. — Gegen diese Theorie von dem Ursprung des lunaren Zodiaks haben besonders SÉDILLOT und WHITNEY zu erweisen gesucht, dass BIOTS Annahme, die chinesische Reihe sei ursprünglich eine solche von Äquatorial-Sternen, in keiner Weise aufrecht erhalten werden kann; und WEBER hat die Ansicht vertreten, dass überhaupt in der älteren chinesischen Litteratur keine Stellen vorkommen, die mit Sicherheit auf eine Reihe von 28 Sternen bezogen werden können, dass die ersten sicheren Erwähnungen nicht über das dritte vorchristliche Jahrhundert zurückgehen, und dass, da ein Bestehen der indischen Reihe lange vor dieser Zeit ganz sicher ist, die glaublichere Hypothese die einer Entlehnung der Sieou von Indien ist. Zugleich aber neigt sich WEBER der Ansicht zu, dass das ganze System nicht ursprünglich in Indien zu Hause sei, sondern dem westlichen Asien, vermutlich Babylon, zugehöre, von wo es die Inder und wahrscheinlich auch die Araber entlehnten, obwohl das ausgebildete System der arabischen Menāzil jedenfalls stark von indischer Astronomie beeinflusst sei. Diese Ansicht — obschon bald von einigen Gelehrten bekämpft, so besonders von MAX MÜLLER, der die Nakṣatra-Reihe als ein indisches Produkt ansieht — hat sich ziemlich weit verbreitet, und schliesslich auch den, freilich etwas reservirten, Beifall WHITNEYS gefunden, dem wir die wohl im ganzen gründlichste Behandlung aller einschlägigen Fragen verdanken. Ganz in neuester Zeit hat F. HOMMEL es versucht, den babylonischen Ursprung des Systems — in seinen indischen, arabischen und chinesischen Formen — positiv zu erweisen, auf Grundlage der letzten Forschungen auf dem Gebiete altbabylonischer Astronomie. SÉDILLOT schliesslich hat die Ansicht vertreten, dass ein lunarer Zodiak seit ältester Zeit den verschiedenen in Frage kommenden Nationen bekannt gewesen sei, ohne dass sich über den allerersten Ursprung des Systems etwas aussagen lasse; das System sei aber nur bei den Arabern in einer völlig rationellen Weise ausgebildet worden, und die schliessliche weitgehende Übereinstimmung der drei uns vorliegenden Formen sei dem Einfluss der arabischen Astronomie auf chinesische und indische Astronomie zuzuschreiben.