Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.10.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.10.1
- Language
- German
c3.s4.10.1
Das zweite Kapitel (spaṣṭādhikāra) lehrt, wie die wahren Örter und Bewegungen zu berechnen sind. Die Erklärung des Unterschiedes zwischen mittlerer und wahrer Bewegung aus der Anziehung der Mandoccas, Śīghroccas und Pātas ist schon oben mitgeteilt worden. Zur Berechnung der wahren Erscheinungen zieht nun der S. S. die aus griechischen Astronomie bekannten Epicyklen herbei und gibt zunächst — um die Anwendung derselben möglich zu machen — eine Tafel der trigonometrischen Sinus. In einer der indischen Astronomie eigentümlichen Weise wird der Kreisumfang dem Radius in der Weise commensurabel gemacht, dass der letztere in 3438' eingeteilt wird, während der Quadrant des Kreises deren 90 × 60 = 5400 enthält. Die auf Grund dieser Annahme berechnete Sinustafel enthält 24 Sinus, d. i. sie schreitet von 225 zu 225 Kreisminuten vor; der erste Sinus wird dem entsprechenden Bogen gleichgesetzt, beträgt also 225; der letzte, der Sinus von 90°, ist natürlich = 3438; und es wird ferner gelehrt, wie die Werte der Sinus, welche zwischen den 24 in der Tafel angegebenen Sinus liegen, sich berechnen lassen. — Die Dimensionen der »paridhi« (Umfang, Kreis) genannten Epicyklen werden in der Weise ausgedrückt, dass nicht der Radius des Epicykels mit dem Radius des tragenden Kreises, sondern die Umfänge der beiden Kreise verglichen werden; die Peripherie der Epicykels der Sonne z. B. wird auf 14° der Sonnenbahn angegeben, verhält sich also zu dieser wie 14 zu 360.