Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.22
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.22
- Language
- German
c3.s4.22
Das 2. Kapitel der P. S. lehrt nun, wie zur Berechnung des Ortes des Mondes zwei Perioden anzuwenden sind, eine — ghana genannt —, die 3031 Tage umfasst, und eine — deren Name gati ist —, welche aus 248/9 Tagen besteht und daher einen anomalistischen Umlauf darstellt. Und es wird ferner angegeben, auf wie viel sich der Betrag der mittleren siderischen Bewegung des Mondes während jeder dieser Perioden beläuft. Und weiter wird gezeigt, wie für die durch den Rest dargestellten Tage des laufenden anomalistischen Umlaufs die wahre Bewegung zu ermitteln ist, und zwar auf Grund der Annahme, dass die Schnelligkeit des Mondes während eines anomalistischen Umlaufs um einen gleichen täglichen Betrag zu- oder abnimmt, eine besonders interessante Ansicht, welche den Vā. Si. als bedeutend primitiver kennzeichnet als die bekannten Siddhāntas. Dasselbe Kapitel enthält eine Regel zur Berechnung der Länge des Tages, die auf der Annahme beruht, dass die Tage um gleiche Quantitäten zu- und abnehmen; und weiterhin Regeln, um die mittlere Länge der Sonne aus dem Schatten des Gnomon zu finden, und umgekehrt; und um aus der Länge des Schattens den Lagna, d. h. den um die gegebene Zeit im Ostpunkt befindlichen Teil der Ekliptik zu bestimmen, und umgekehrt. Auch diese Regeln sind durchaus primitiver Art. Es erscheint weiterhin wahrscheinlich, dass die im ersten Abschnitt des 18. Kapitels enthaltenen Regeln über die Bewegung der fünf Planeten ebenfalls dem Vā. Si. entnommen sind; und auch diese Regeln sind von viel primitiverer Natur als die entsprechenden des S. S.; soviel lässt sich nämlich mit Sicherheit sagen, obwohl die Details meist noch nicht erklärt sind. Die Methoden der Berechnung haben einige Analogieen mit den oben beschriebenen, nach denen der Mondlauf berechnet wird; und bemerkenswert ist die Hervorhebung der synodischen Umläufe, die freilich die auffälligsten Phänomene in den planetarischen Bewegungen hervorrufen, aber im S. S. und ähnlichen Werken ganz hinter die siderischen Bewegungen zurücktreten.
Linked texts (4)
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- Śvetāmbara Āgama — Ardhamāgadhī Prakrit
- Vāsiṣṭhasiddhānta — Sanskrit
- Pañcasiddhāntikā — Varāhamihira, Sanskrit