Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.15.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.15.1
- Language
- German
c3.s5.15.1
Es liesse sich nun allerdings gegen all dieses noch die Hypothese aufstellen, dass die griechische Astronomie den Hindus zwar nicht ganz unbekannt geblieben sei, dass auf solchen Einfluss vereinzelte Bestimmungen wie die des tropischen Jahres im Romaka-Siddhānta und natürlich alle die griechischen termini technici zurückzuführen seien, dass aber der Kern des Systems, welches uns im S. S. vorliegt, eine durchaus unabhängige indische Schöpfung sei. Das wichtigste Argument, das sich für diese Ansicht aufführen liesse, ist der schon erwähnte Umstand, dass eine nicht unbeträchtliche Reihe astronomischer Werte sich im indischen System anders bestimmt finden als bei Ptolemäus und der griechischen Astronomie im allgemeinen, soweit sie uns bekannt ist. Einige der Unterschiede lassen sich nun sofort aus der Form erklären, in die das indische System sich gekleidet hat. Insbesondere machte die Anwendung der grossen Zeitperioden, die bestimmte Zahlen von ganzen Umläufen der Planeten enthalten müssen, Änderungen in der Dauer dieser Umläufe sofort notwendig; und da zugleich das indische System mit siderischen Umläufen rechnet, während Ptolemäus tropische anwendet, so ergeben sich natürlich bedeutende Unterschiede. Wie etwa die griechischen tropischen Umläufe in die indischen siderischen umgewandelt wurden, lässt sich freilich nicht sagen;