Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.2
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.2
- Language
- German
c3.s5.2
Von den zwei demnach, wie es scheint, dem Bhaṭṭotpala vorliegenden Pauliśa-Siddhāntas war aber der ursprüngliche Siddhānta, mit welchem uns die Pañcasiddhāntikā bekannt macht, durchaus verschieden. Leider sind bedeutende Teile des von V.M. dem Pau. Si. gewidmeten Kapitels noch nicht erklärt; immerhin aber lässt sich soviel sagen, verglichen mit dem S. S., der Pau. Si. ein primitives Werk war, in einigen Hinsichten dem Vāsiṣṭha-Siddhānta nahe stehend. Die Länge des Jahres wird auf 365ᵗ 6ˢᵗ 12ᵐ angenommen. Der Ahargaṇa wird in der gewöhnlichen Weise vermittelst Tithi und Kṣayāhas berechnet, doch anscheinend durch möglichst reducirte Perioden; doch ist es nicht ganz leicht zu bestimmen, wie weit der von V.M. im ersten Kapitel detaillirte Rechnungsmechanismus sich in eben der Form schon im Pau. Si. vorfand. Ob der Pau. Si. das Yugasystem anerkannte, ist schwer zu sagen, doch nach der P. S. kaum wahrscheinlich. Anstatt einer allgemeinen Regel für die Berechnung der wahren Bewegungen der Sonne gibt der Pau. Si. nur den Betrag der Centrumsgleichung von je 30 zu 30 Graden der Anomalie; der Wert der grössten Gleichung scheint bedeutend grösser zu sein als der sonst in der indischen Astronomie angewandte. Betreffs der Theorie des Mondes scheint dieser Si., in Übereinstimmung mit dem Vāsiṣṭha, eine gleiche tägliche Zu- und Abnahme der wahren Bewegung gelehrt zu haben. Die Regeln zur Berechnung der Mond- und Sonnenfinsternisse sind von sehr primitiver Natur, weniger genau als die in irgend einem der anderen uns bekannten Siddhāntas. Das letzte Kapitel der P. S. enthält in seinem zweiten Teil Angaben über die Umläufe der Planeten, die nach dem Colophon dem Pau.-Siddhānta entstammen. Die siderischen Umläufe werden darin gar nicht berücksichtigt, sondern nur die synodischen; und die Tage, in denen die Umläufe ausgedrückt werden, sind sog. Saura-Tage, d. i. solare Tage im indischen Sinne des Wortes, von denen 360 ein Sonnenjahr ausmachen. Es wird ferner der synodische Umlauf eines jeden Planeten in eine Anzahl von Teilen zerlegt und angegeben, wieviel Grade der Planet während jedes Teiles zurücklegt. Von einem Teil des in der P. S. gegebenen Materials lässt sich nicht bestimmen, ob es dem Pau. Si. oder dem S. S. entnommen ist.
Linked texts (4)
- Sūryasiddhānta — Maya, Sanskrit
- Vāsiṣṭhasiddhānta — Sanskrit
- Pauliśasiddhānta — Sanskrit
- Pañcasiddhāntikā — Varāhamihira, Sanskrit