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Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.38

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.38

Language
German

c3.s5.38

§ 35. Dritte Periode. — Śrīṣeṇa. Viṣṇucandra. — Die Periode Varāha-Mihiras und der Zeit, die ihn von Brahmagupta trennt, war offenbar durch eine lebhafte Thätigkeit auf astronomischem Gebiete ausgezeichnet; von den damals entstandenen Werken ist aber nur wenig erhalten. Besonders scheint es, dass damals mannigfache Versuche gemacht wurden, durch Verbesserung der älteren Siddhāntas in einzelnen Punkten und die Verquickung von Lehren, die verschiedenen Quellen entstammten, Lehrbücher zu schaffen, die den beobachteten Positionen der Himmelskörper besser entsprachen als irgend eines der älteren Werke, für sich selbst genommen; es wurden dabei öfters die Namen der älteren Werke beibehalten, obschon ihr Charakter durch die vorgenommenen Änderungen wesentlich modificirt wurde. Wir haben hier besonders Śrīṣeṇa zu nennen, der es sich zur Aufgabe machte, einen verbesserten Romaka-Siddhānta zu Wege zu bringen, und der daher vielfach irrig für den Verfasser der ursprünglichen Ro. Si. angesehen worden ist. Brahmagupta sagt von ihm, dass er die Regeln für die mittleren Bewegungen von Sonne, Mond und Planeten von Lāṭa borgte, die Regeln für die wahren Bewegungen von Āryabhaṭa und andere Dinge von Vijayanandin und dem Vāsiṣṭha-Siddhānta, so dass der Romaka-Siddhānta das Ansehen eines vielfach geflickten Gewandes annahm. Und in ähnlicher Weise wurde, nach Brahmagupta, der alte Vāsiṣṭha-Siddhānta von Viṣṇucandra behandelt. Da V.M. dieser Versuche, die alten Siddhāntas umzuarbeiten, keine Erwähnung thut, sind sie vermutlich in der Periode zwischen V.M. und Brahmagupta entstanden.

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