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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.20

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.20

Language
German

c11.20

I. Federn, Schreibstifte u. s. w. — Der allgemeine Ausdruck für »ein Instrument zum Schreiben« ist *lekhanī*, der sich schon im Epos findet¹² und natürlich den Stilus, Stifte, Pinsel, Rohr- und Holzfedern einschliesst. Mit dem im Lalitavistara (S. 5) erwähnten *varṇaka* ist ohne Zweifel das Stöckchen ohne Spalt gemeint, mit dem noch jetzt die Schulkinder die Buchstaben mit in Wasser aufgelöster Kreide auf die Schreibtafel malen. In den Koṣa findet sich *varṇikā*. Die *varṇavartikā* bei Daṇḍin (loc. cit.) wird ein Farbenpinsel oder Farbenstift sein, da die *vartikā* auch zum Malen oder Zeichnen verwendet wurde.¹³ *Tūlī* oder *tulikā* dürfte auch die erstere Bedeutung gehabt haben, wird aber auch durch das moderne *saḷaī* »graver« erklärt.¹⁴ Der gewöhnliche Namen der Rohrfeder ist das im ganzen Orient verbreitete Wort *kalama* κάλαμος, calamus u. s. w., der seltenere, einheimische indische Namen ist *iṣīkā* oder *īṣīkā*, wörtlich »Schilf, Rohr«.¹⁵ Nach Art der Federn zugespitzte Rohre, Bambusspähne oder Holzstückchen werden jetzt in allen Gegenden von Indien gebraucht, in denen mit Tinte geschrieben wird,¹⁶ und mit Federn dieser Art sind augenscheinlich alle die erhaltenen alten MSS. auf Palmblättern und Bhūrja geschrieben.¹⁷ Der Sanskritnamen des im Süden gebräuchlichen Stilus ist *śalākā*, im Marāṭhī, *saḷaī*. Über die jetzt gebräuchliche, mit Fäden bespannte Unterlage und ihre wahrscheinlichen Vorläufer, siehe die Anecdota Oxon. loc. cit.