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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.11

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.11

Language
German

c32.s1.11

§ 3. Das spätere Mittelalter. — In diese Zeit fällt wahrscheinlich das Aufkommen der zahlreichen, zum Teil gedruckten Werke über *rasa*, *rasendra* d. h. metallische, besonders Quecksilberpräparate zum äusseren und inneren Gebrauch. Das Quecksilber vertreibt alle Leiden, sagt Narahari¹, und es wird auch speciell gegen Fieber, Durchfall, Gelbsucht, Lungenleiden u. a., später auch gegen Syphilis empfohlen². Wahrscheinlich stammt die Calcinirung des Quecksilbers und die pharmaceutische Verwendung der so gewonnenen Präparate aus Arabien (§ 26). Rasa-pradīpa, -ratnapradīpa, Rasāmṛta, Rasendra cintāmaṇi werden schon im Bh. citirt, Rasa-cintāmaṇi, -darpaṇa, -ratnapradīpa, -ratnāvalī, -rahasya, -rājahāṃsa, -sindhu, Rasārṇava, Rasalaṃkāra, Rasāvatāra im Āyurvedasaukhya. Alle diese Werke müssen also im 16. Jahrhundert schon existirt haben. Das älteste genau datirbare Werk dieser Art scheint bis jetzt der 1386 abgefasste Commentar des Merutuṅga, eines Jaina, zu Kaṅkālāyas Rasādhyāya zu sein³, welch letzteres Werk natürlich noch älter als der Commentar sein muss. In dem ebenfalls im 14. Jahrhundert geschriebenen Sarvadarśanasaṃgraha⁴ wird der soeben erwähnte Rasārṇava, ferner Rasahṛdaya und Raseśvarasiddhānta citirt, wonach auch diese drei Werke spätestens um 1300 zu setzen sind. Den Rasārṇava citirt auch der Rasaratnākara des Nityanathā, der in 5 *khaṇḍa* zunächst von der Anfertigung metallischer Präparate, weiterhin (213 ff.) von der Behandlung der Krankheiten handelt, und der ähnlich angeordnete Rasendracintāmaṇi des Rāmacandra (beide Werke gedruckt Calcutta 1878, 24, 782 S.). Der Rasaratnākara muss im 15. Jahrhundert schon vorhanden gewesen sein, da B. 4, 236 eine 1473 geschriebene Hs. verzeichnet und das von HAAS, ZDMG. 30, 630 ff., besprochene persische Werk über indische Medicin den Rasaratn. als ein damals, d. h. zu Anfang des 16. Jahrhunderts allgemein gebrauchtes Werk bezeichnet. Noch weit älter als alle vorstehend genannten Werke wäre der in correcter Ausgabe vorliegende umfangreiche Rasaratnasamuccaya⁵, wenn er wirklich ein echtes Werk des Vāgbhaṭa wäre, wie der Herausgeber annimmt, der hierin allerdings viele Hss. für sich hat. Doch heisst der Verfasser in einigen Hss. Nityanātha oder Aśvinīkumāra, oder es wird kein Autor genannt, und jedenfalls differirt dieses Werk, das in 30 *adhy.* ausführlich über verschiedene metallurgische und pharmaceutische Processe handelt, sowohl inhaltlich als stilistisch so stark als möglich von S. und A. (§ 6)⁶. Auch die Hss. des Rasaratnas. sind nicht alt, die älteste (IO. 966) von 1699⁷.

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