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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.12

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.12

Language
German

c32.s1.12

Nach U. C. DUTT (Mat. Med. XII) ist der älteste der von der Calcination u. dgl. Processen handelnden Autoren Śārṅgadhara (Ś.). Er setzt die Śārṅgadharasaṃhitā in die mohammedanische Epoche, weil das Opium (*ahiphena*) und die Bertramswurzel (*akarākarabha*)⁸ darin vorkommen. Seinem Herausgeber JĪVĀNRĀM zufolge wird Ś. in Bh. (16. Jahrh.) oft citirt⁹ und hat seinerseits Vṛ. (c. 10. Jahrh., § 5) benutzt. Nach GRIERSON¹⁰ wäre Ś. aus inneren Gründen um 1500 zu setzen. Da aber ein Commentar zu Ś. von Vopadeva existirt, der gegen 1300 lebte, so muss Ś. spätestens im 13. Jahrhundert geschrieben haben. Sein kurzes, aber inhaltreiches Lehrbuch der Therapie beschränkt sich nicht auf die metallischen Präparate, handelt vielmehr in 3 *khaṇḍa* und 32 *adhy.*: 1. über Mass und Gewicht, Eigenschaften der Arzneistoffe, Wirkung der Jahreszeiten, Diagnose und Prognose, Wirkung der Arzneien, Anatomie und Physiologie, Embryologie, Arten und Unterarten der Krankheiten (*rogagaṇana*); 2. über Decocte, Brühen, Infusa, kalte Mittel, Teige, Pulver, Pillen, Latwergen, Butterabkochungen, Liqueure, Pulverisirung von Gold und anderen Metallen, Quecksilberpräparate; 3. über die gewöhnlichen Kurmethoden, wie Fettmittel, Schwitzmittel u. s. w. (§ 24). Bei der Diagnose beschreibt Ś. schon eingehend die Untersuchung des Pulses (*nāḍīparīkṣā*), bei den Krankheiten unterscheidet er eine weit grössere Anzahl von Unterarten als C. Su. M. Vṛ. Cd. Nach den höchst zahlreichen, leider ebenso wie die Hss. ziemlich stark von einander abweichenden Ausgaben¹² zu schliessen, wird Ś. noch jetzt sehr viel gelesen.

Cites (1)