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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.63

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s1.63

Language
German

c32.s1.63

Der Aṣṭāṅgasaṃgraha des Vāgbhaṭa (S.)⁵, der in den Commentaren häufig citirt und zur Erklärung der etwas knappen Angaben in A. verwertet wird, gibt sich nicht nur durch sein Prioritätsverhältnis zu A., sondern auch nach Form und Inhalt als ein grösstenteils sehr altes Werk zu erkennen. So ist S. in einem Gemisch von Prosa und Versen abgefasst, das ganz an C. und Su. (§ 8 f.) erinnert. In einer Beschwörung hat sich noch ein an Buddha gerichteter Spruch erhalten, während in A. die auch dort vorhandenen buddhistischen Tendenzen, aus denen vielleicht die specielle Reception dieses Werkes in Tibet zu erklären ist, schon stark verblasst sind. Am Schluss von S. wird über den Verfasser berichtet, dass er den Namen Vāgbhaṭa nach seinem Grossvater, einem ausgezeichneten Arzte, erhalten, unter einem Lehrer mit dem buddhistischen Namen Avalokita und unter seinem eigenen Vater, Siṃhagupta, studirt habe und im Indusgebiet geboren sei. Die versificirten Teile stimmen mit A. vielfach wörtlich überein, aber statt 120 *adhy.* wie A. hat S. deren 150, von denen 50, also ein Drittel, auf den 6. Teil (*uttarasthāna*) treffen, gerade wie in A. die ersten 5 Teile 80 *adhy.* enthalten, der letzte 40. Der Anschluss an C. und namentlich an Su., aus dem sich auch ein directes Citat findet, ist noch enger als in A. Doch enthält S. auch viel selbständiges Material und ist daher sowohl als Kontrolle wie als Ergänzung zu unserem C. und Su. von grösstem Werte. Wenn A. wirklich in das 8. Jahrhundert oder früher gesetzt werden darf, so muss S. natürlich noch älter sein. Der Buddhismus stand im 7. Jahrhundert im Indusgebiet noch in Blüte. Doch sind auch nach Huth die tibetischen Übersetzungen von A. nebst Commentar erst in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstanden⁶.

Cites (4)