Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s3.9
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s3.9
- Language
- German
c32.s3.9
Für den jetzigen Bestand der Carakasaṃhitā garantirt freilich, gerade wie bei Su., nur ein von Cd. im 11. Jahrh. verfasster Commentar, die Āyurvedadīpikā oder Carakatātparyaṭīkā⁶. Der ältere, von Cd. und anderen alten Autoren citirte Commentar des Haricandra⁷ oder Hariścandra⁷ ist anscheinend verloren. Trotz der alten Commentare ist der Text noch schlechter überliefert als bei Su., wie die grossen Differenzen zwischen den Hss. und den jetzt ziemlich zahlreich vorhandenen Ausgaben⁸ beweisen. Die zwei letzten *sthāna* und der Schlussteil des 5. (zusammen 41 *adhy.*) rühren gar nicht von C. selbst her, sondern sind von dem aus dem Punjab (*pañcanada*) gebürtigen Dṛḍhabala ergänzt, »aus vielen Büchern«⁹. Im Ganzen macht aber doch C. nach Form und Inhalt einen noch altertümlicheren Eindruck als Su., den er trotz des völligen Fehlens der Chirurgie in seinem Werke an Umfang übertrifft, was sich aus seiner naiven Breite und Ungeordnetheit erklärt. In seiner Terminologie und seinen allgemeinen Anschauungen, in dem Wechsel zwischen Poesie und Prosa, in dem Fehlen des Opiums, des Pulsfühlens und der Quecksilberpräparate trifft er mit Su. zusammen. Den archaischen Ausdruck *rājamātra* hat er mit der sehr alten Macartney-Handschrift gemein¹⁰.
Linked texts (2)
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit