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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s3.2

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c33.s3.2

Language
German

c33.s3.2

Der Anwendung des *pañcakarman* haben in der Regel Fett- und Schwitzmittel (*sneha*, *sveda*) vorauszugehen, die überhaupt eine grosse Rolle spielen. Unter den animalischen Fetten ist zerlassene Butter, unter den vegetabilischen Sesamöl am besten. Man kann die Fette oder Öle entweder unvermischt oder mit verschiedenen Zusätzen, wie Salz, Fleischbrühe, Fleisch, Milch, Molken, Brei und anderem geniessen oder sie zu Einreibungen, Pflastern, Klystieren, Augensalben, Einspritzungen in die Nase und Ohren u. dgl. verwenden. Bei innerlichem Gebrauch ist die volle Dosis (*uttamā mātrā*) anzuwenden bei starken Patienten mit kräftiger Verdauung, Leibesanschwellung, Schlangenbissen, Rose, Tollheit, Strangurie, Verstopfung, die mittlere Dosis bei Beulen, Bläschen, Krätze, Lepra und anderen Hautkrankheiten, und bei mässigen Essern, die nicht sehr stark und nicht verstopft sind, die kleine Dosis bei Greisen oder Kindern, schwächlichen oder schon purgirten oder mit schwacher Verdauung behafteten oder schon lange an Fieber, Durchfall oder Husten leidenden Personen. Von *sveda* unterscheidet C. 1, 14 13 Arten: 1. *saṁkarasveda*, in einem Tuch erhitzte, zusammengeballte Gegenstände, wie Kuhmist, Sand u. dgl. werden an den erkrankten Körperteil gebracht. 2. *prastarasveda*, »Schwitzen durch eine Streu«, die Gegenstände stecken lose in einem Tuch. 3. *nāḍīsveda*, ein Dampfbad durch Röhren, deren eines Ende dem Körper applicirt wird, während das andere in einem Kochtopf steckt. 4. *pariṣeka*, Begiessung mit erwärmten Arzneistoffen. 5. *avagāha*, Bad in einer Tonne mit warmem Wasser und Arzneien. 6. *jentākasveda*, Schwitzen in einer Schwitzstube, die durch einen Ofen mit vielen Löchern geheizt wird. 7. *aśmaghanasveda*, Schwitzen durch Liegen auf einer erhitzten Steinplatte. 8. *karṣūsveda*, Füllung einer unter dem Bett des Kranken gegrabenen Grube mit glühenden Kohlen. 9. *kuṭīsveda*, Schwitzen in einer dicht verwahrten Hütte, auf einem Bett liegend. 10. *bhūsveda*, Liegen auf ebenem Boden, sonst wie in 7. 11. *kumbhīsveda*, Eingraben eines mit Arzneien und glühend gemachten eisernen Kugeln oder Steinen gefüllten Kruges unter dem Bett des Patienten. 12. *kūpa-sveda*, Füllung einer geräumigen Grube mit Mist, der angezündet und über den, wenn das Feuer keinen Rauch mehr gibt, das Bett für den Kranken gestellt wird. 13. *holākasveda*, das Bett wird über einen Haufen von verbranntem Mist gestellt. *sveda* ist geeignet für Schnupfen, Husten, Schlucken, Asthma, Ohren-, Hals- und Kopfschmerzen, Heiserkeit, Halsweh, Schlagfluss, Hemiplegie, Verstopfung, Harnbeschwerden und viele andere Leiden (C. 1, 13f.; Su. 4, 31f.; S. 1, 25f.; A. 1, 16f.; Vṛ. 71f.).

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